Schwangerschaft: Opioid-Konsum nicht mit wesentlich erhöhtem Risiko für psychiatrische Störungen beim Kind verbunden26. April 2024 Foto: © Ольга-Тернавская/stock.adobe.com Kurzfristige, niedrig dosierte verschreibungspflichtige Opioide nach dem ersten Trimester der Schwangerschaft scheinen in Bezug auf neuropsychiatrische Störungen bei Kindern relativ sicher zu sein. Das ist das Ergebnis einer Studie aus Südkorea. Beim Opioid-Konsum während der Schwangerschaft wurde zwar ein leicht erhöhtes Risiko für neuropsychiatrische Störungen festgestellt. Aber die Forscher erklären, dass dies nicht als klinisch bedeutsam angesehen werden sollte, da es auf Mütter beschränkt war, die während der Schwangerschaft mehr als einer Opioid-Verschreibung, hohen Dosen und über längere Zeiträume ausgesetzt waren. Die Studie wurde in der Fachzeitschrift „BMJ“ veröffentlicht. Frühere Studien haben aufgrund kleiner Stichprobengrößen und kurzer Nachbeobachtungszeiträume gemischte Ergebnisse über den Zusammenhang zwischen Opioid-Konsum in der Schwangerschaft und verschiedenen gesundheitlichen Folgen für die Nachkommen gezeigt. Um diese Wissenslücke zu schließen, untersuchte ein internationales Forscherteam den möglichen Zusammenhang zwischen Opioid-Exposition während der Schwangerschaft und dem Risiko neuropsychiatrischer Störungen bei den Nachkommen. Ihre Ergebnisse basieren auf Daten des National Health Insurance Service (NHIS) von Südkorea für 3.128.571 zwischen 2010 und 2017 geborene Säuglinge und 2.299.664 Mütter (Durchschnittsalter 32). Die Mütter wurden nach Dosis, Dauer und Häufigkeit der Opioid-Verordnungen während der Schwangerschaft gruppiert und die Säuglinge wurden durchschnittlich sechs Jahre lang nachverfolgt. Dabei wurden Faktoren wie das Alter der Mutter bei der Entbindung, das Haushaltseinkommen und vorbestehende Gesundheitszustände sowie das Geschlecht, das Geburtsgewicht und die Stillgeschichte des Säuglings berücksichtigt. Außerdem wurde eine Geschwistervergleichsanalyse durchgeführt, um genetische Faktoren, Lebensstil und Umwelteinflüsse zu berücksichtigen. Insgesamt waren 216.012 (7 %) der 3.128.571 Säuglinge während der Schwangerschaft Opioiden ausgesetzt (pränatale Exposition). Ergebnis der Studie Bei Kindern, die während der Schwangerschaft verschreibungspflichtigen Opioiden ausgesetzt waren, wurde ein geringfügig erhöhtes Risiko für neuropsychiatrische Störungen festgestellt, verglichen mit Kindern, die nicht exponiert waren. Auch in der Vergleichsgruppe der Geschwister wurde kein signifikanter Zusammenhang festgestellt. Die Exposition gegenüber verschreibungspflichtigen Opioiden während des ersten Trimesters der Schwangerschaft, in höheren Dosen und über einen Zeitraum von 60 Tagen oder länger war jedoch mit einem leicht erhöhten Risiko für Stimmungsstörungen, ADHS und geistige Behinderung verbunden. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, können keine eindeutigen Schlussfolgerungen über Ursache und Wirkung gezogen werden. Obwohl die Forscher eine Reihe von Faktoren bereinigt haben, können sie nicht ausschließen, dass andere Faktoren ihre Ergebnisse beeinflusst haben oder dass es zu einer falschen Klassifizierung des Opioid-Konsums gekommen sein könnte. Nichtsdestotrotz handele es sich um eine große Studie, die auf qualitativ hochwertigen Daten basierte, betonen die Wissenschaftler. Und es wurden mehrere statistische Analysen durchgeführt, um die Aussagekraft der Ergebnisse zu prüfen, was die Schlussfolgerungen noch zuverlässiger mache, heißt es weiter. Ihre Schlussfolgerung lautet demnach: „Diese Ergebnisse sprechen für eine vorsichtige Verschreibung von Opioiden zur Schmerzlinderung während der Schwangerschaft und unterstreichen die Bedeutung weiterer Forschung für die Erstellung definitiverer Leitlinien.“
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