Schweizer Prostatakrebs-Projekt erhält US-Förderung20. August 2019 Marianna Kruithof-de Julio forscht in Bern (Schweiz) zur Kastrationsresistenz des Prostatakarzinoms. Foto: zvg Die Schweizer Biomedizinerin PD Dr. Marianna Kruithof-de Julio erhält für ein Projekt zur Erforschung der Kastrationsresistenz bei Prostatakrebs die Förderung des US-amerikanischen „Congressionally Directed Medical Research Program“ (CDMRP). Die Forschungsleiterin der Gruppe Urologie am Department for BioMedical Research (DBMR) und an der Universitätsklinik für Urologie am Inselspital, Universitätsspital Bern, untersucht das Protein „Cripto“ als mögliches Angriffsziel, um die Kastrationsresistenz zu überwinden. Das Protein kann an die Oberfläche von Zellen andocken oder aus diesen hinaus in den extrazellulären Bereich gelangen. „Wir vermuten, dass Cripto dazu beiträgt, Stammzellen in Prostata-Krebszellen zu verwandeln, und dass es stammzellähnliche Krebszellen bei therapieresistentem Prostatakrebs am Leben erhält“, erklärt Kruithof-de Julio. Cripto – der Schlüssel zur Kastrationsresistenz? Um diese Vermutung zu überprüfen, wird ihr Team die Signal-Aktivität von Cripto sowohl in Stammzellen als auch in Prostata-Krebszellen untersuchen. Dafür werden die Zellen genetisch manipuliert. „Indem wir unter anderem die Stoffwechsel-Prozesse dieser Zellkulturen untersuchen, können wir herausfinden, ob Cripto tatsächlich eine Rolle spielt bei der Umwandlung von Stamm- in Krebszellen“, sagt die Forscherin. Sollte dies zutreffen, und könnten diese spezifischen Zellen in der Diagnose sichtbar gemacht werden, ließe sich vorhersagen, welcher Tumor sich zu einer aggressiven Variante entwickelt. „Eine solche Gruppe von Patienten sollte dann sorgfältig beobachtet werden – und bei ihr ließe sich dann eine spezifische Anti-Cripto-Therapie einsetzen“, sagt Kruithof-de Julio. Hochkompetitives Forschungsföderungsprogramm Das Projekt wird mit rund 822.000 US-Dollar (umgerechnet rund 810.000 Schweizer Franken oder 741.000 Euro) für eine Laufzeit von drei Jahren unterstützt. Die CDMRPs unterstützen im Auftrag des US Department of Defense (DoD) mit Förderbeiträgen medizinische Forschungsprojekte aus zahlreichen Bereichen der Biomedizin. Es handelt sich dabei um Grants, um die sich Forschende in einem hochkompetitiven Verfahren bewerben können. Das DoD ist für die lebenslange medizinische Versorgung seiner Angestellten zuständig. Aus diesem Grund unterstützt es mit seinen medizinischen Forschungsprogrammen sowohl Grundlagen- wie angewandte Forschung auf zahlreichen Gebieten der Medizin. Die CDMRPs gibt es seit 1992. Das Gesamtbudget für das Jahr 2019 beträgt rund eine Milliarde US-Dollar. Das Projekt von Kruithof-de Julio ist eines von neun, die sich gegen 149 Mitbewerber durchgesetzt haben, wobei Ihr Projekt und drei australische Projekte die einzigen außerhalb der USA waren. (Universität Bern/ms)
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