Schwere Allergien: Reaktionen auf Bienengift gezielt verhindern23. April 2026 (Symbolbild) Foto: © Karoline Thalhofer – stock.adobe.com Allergien betreffen weltweit mehr als eine Milliarde Menschen. Während sie bei vielen Betroffenen nur leichte Beschwerden auslösen, können sie in schweren Fällen zu lebensbedrohlichen Reaktionen führen. Ein internationales Forschungsteam hat nun einen neuen Ansatz vorgestellt, um allergische Reaktionen gezielt zu blockieren. An der in „Nature Communications“ veröffentlichten Studie aus Aarhus waren auch der Dermatologe und Allergologe Prof. Thilo Jakob von der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und der Humanbiologe Dr. Christian Möbs von der Philipps-Universität Marburg beteiligt. Hauptallergen des Bienengiftes im Fokus Im Mittelpunkt der Untersuchung stand eine besonders wichtige Komponente der Bienengiftallergie, das Hauptallergen im Honigbienengift. Die Forschenden entwickelten speziell zugeschnittene kleine Antikörper, sogenannte Nanobodies, die an dieses Allergen binden. Dadurch kann verhindert werden, dass die bei Allergikerinnen und Allergikern vorhandenen IgE-Antikörper das Allergen erkennen und eine allergische Reaktion auslösen.Die Studie zeigt: Solche maßgeschneiderten Antikörper konnten in Laboruntersuchungen mit Blutproben von Bienengiftallergikerinnen und -allergikern die Aktivierung von Immunzellen deutlich verringern. In einem Tiermodell ließ sich zudem sogar eine schwere allergische Reaktion, eine Anaphylaxie, verhindern.Die Beiträge der Forschenden aus Gießen und Marburg lagen insbesondere in der allergologischen und immunologischen Einordnung der Ergebnisse sowie in der Bewertung ihrer möglichen Bedeutung für Patientinnen und Patienten mit schweren Insektengiftallergien. Die Arbeit zeigt, dass künftig nicht unbedingt das gesamte Immunsystem beeinflusst werden muss. Stattdessen könnte es ausreichen, gezielt die wichtigsten allergieauslösenden Moleküle zu blockieren. Noch weiter Weg bis zur Anwendung Bislang besteht die wichtigste ursächliche Behandlung schwerer Allergien in der Allergen-Immuntherapie, die sich oft über Jahre erstreckt und nicht für alle Betroffenen gleichermaßen geeignet ist. Der nun vorgestellte Ansatz einer passiven Immuntherapie könnte künftig einen ergänzenden Weg eröffnen. Patientinnen und Patienten würden dabei fertige Antikörper erhalten, die für einen begrenzten Zeitraum vor schweren Reaktionen schützen.Bis zu einer Anwendung in der Klinik sind allerdings weitere Untersuchungen nötig. Dennoch liefert die Studie einen wichtigen Baustein für die Entwicklung präziserer und möglicherweise schneller wirksamer Behandlungsstrategien bei schweren Allergien. Es handelt sich um eine gemeinsame Pressemitteilung der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) und der Philipps-Universität Marburg (UMR)
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