Schwere obstruktive Schlafapnoe: Kardiovaskuläre Ereignisse nach Operationen31. Juli 2019 © motortion – fotolia.com Eine nicht erkannte schwere obstruktive Schlafapnoe war bei gefährdeten Erwachsenen, die sich einer größeren nicht kardialen Operation unterzogen, in der POSA-Studie (OSA) signifikant mit einem erhöhten Risiko für postoperative kardiovaskuläre Komplikationen innerhalb von 30 Tagen verbunden. Dr. Matthew T.V. Chan von der Chinese University of Hong Kong und seine Kollegen hatten für ihre prospektive Kohortenstudie an 8 Krankenhäusern in 5 Ländern insgesamt 1364 Patienten ohne bekannte OSA, die sich einer nicht kardialen Operation unterzogen, rekrutiert (Zeitraum 01/2012–07/2017; Nachbeobachtung bis 08/2017). Davon hatten sie 1218 Patienten (Durchschnittsalter 67 ±9 Jahre; 40,2% Frauen) in die Analysen einbezogen. Die postoperative Überwachung umfasste nächtliche Pulsoximetrie und Messung kardialer Troponin-Konzentrationen. Die OSA wurde basierend auf der präoperativen Überwachung mit einem tragbaren Gerät zum Schlafmonitoring als leicht (Respiratory Event Index [REI] 5–14,9 Ereignisse/h), mittelschwer (REI 15–30) oder schwer (REI >30) klassifiziert. Als primärer Endpunkt galt eine Kombination aus Myokardschädigung, Herztod, Herzinsuffizienz, Thromboembolie, Vorhofflimmern und Schlaganfall innerhalb von 30 Tagen nach der Operation. Wie den Ergebnissen zu entnehmen ist, betrugen die Raten des primären Endpunktes bei Patienten mit schwerer OSA 30,1% (41/136), bei moderater OSA 22,1% (52/235), bei leichter OSA 19,0% (86/452) und ohne OSA 14,2% (56/395). Die Proportional-Hazards-Analyse ergab, dass OSA mit einem höheren Risiko für den primären Endpunkt assoziiert war (adjustierte Hazard Ratio [aHR] 1,49 [95%-KI 1,19–2,01]; p=0,01). Chan und Kollegen stellten allerdings fest, dass die Assoziation nur bei schwerer OSA (aHR 2,23 [95%-KI 1,49–3,34]; p=0,001) signifikant war, nicht jedoch bei mäßiger OSA (aHR 1,47 [95%-KI 0,98–2,09]; p=0,07) oder leichter OSA (aHR 1,36 [95%-KI 0,97–1,91]; p=0,08) (PInteraktion=0,01). Die mittlere kumulative Dauer der Oxyhämoglobin-Entsättigung <80% während der ersten 3 postoperativen Nächte war bei Patienten mit kardiovaskulären Komplikationen (23,1 min; 95%-Konfidenzintervall [KI] 15,5–27,7) länger als bei jenen ohne (10,2 min; 95%-KI 7,8–10,9; p<0,001). Bei der Art der Anästhesie, dem Einsatz postoperativer Opioide und der zusätzlichen Sauerstofftherapie sahen die Autoren keine signifikanten Effekte von Wechselwirkungen auf perioperative Ergebnisse. Fazit Unter gefährdeten Erwachsenen, die sich einer größeren nicht kardialen Operation unterzogen, war eine nicht erkannte schwere obstruktive Schlafapnoe signifikant mit einem erhöhten Risiko für 30-tägige postoperative kardiovaskuläre Komplikationen assoziiert. (sf) Autoren: Chan MTV et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Association of Unrecognized Obstructive Sleep Apnea With Postoperative Cardiovascular Events in Patients Undergoing Major Noncardiac Surgery Quelle: JAMA 2019;321(18):1788–1798. Web: https://doi.org/10.1001/jama.2019.4783