Schwere pädiatrische Enzephalitis: Jedes zehnte Kind stirbt3. April 2024 Die Mortalistätsrate von Kindern mit schwerer pädiatrischer Enzephalititis bei rund zehn Prozent. (Foto: © Monkey Business – stock.adobe.com) FLORENZ (Biermann) – Die pädiatrische Enzephalitis führt bei jedem zehnten Kind, das intensivmedizinisch behandelt werden muss, zum Tod oder zu schwerer Behinderung. Dies zeigt eine retrospektive Kohortenstudie aus Italien, die Merkmale, Differenzialdiagnosen, Behandlung und Ergebnisse schwerer Enzephalitiden bei Kindern ausgewertet hat. In die Studie eingeschlossen wurden 175 Kinder im Alter von null bis 17 Jahren, die über einen Zeitraum von zehn Jahren mit akuter Enzephalopathie sowie einem oder mehreren Symptomen (Fieber, Krampfanfall, Liquoranomalien, Elektroenzephalogramm/Neurobildgebung), die auf eine Enzephalitis hinwiesen, in eine pädiatrische Intensivstation eingeliefert wurden. Die Nachbeobachtungsdauer erstreckte sich über ein bis sechs Monate. Das mediane Alter der Patienten betrug 4,5 Monate (IQR 1,6–54,8). Die häufigste Enzephalitis-Ursache waren Enteroviren (28 %), gefolgt von Parechoviren, Influenza, Herpes-simplex-Viren (HSV), humanen Herpesviren-6 (HHV-6), Streptococcus pneumoniae, akut-disseminierter Enzephalomyelitis und Anti-N-Methyl-D-Aspartat-Rezeptor-assoziierter Enzephalitis. Die immunvermittelte Enzephalitis war bei Mädchen, in höherem Alter und bei längerer Dauer der Enzephalopathie häufiger anzutreffen. Bei 74 Kindern (42 %) war eine mechanische Beatmung erforderlich, bei 28 Kindern (16 %) eine hämodynamische Unterstützung, drei Kinder erhielten eine extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO). Elf Patienten starben (Sterblichkeitsrate 6,3 %): fünf an HHV-6, zwei an Enteroviren, zwei an Influenza, eines an HSV, eines an Human-Metapneumovirus. Bei der Nachuntersuchung wiesen 34 Kinder eine leichte oder mittelschwere Behinderung und sechs eine schwere Behinderung auf. In einem multivariablen logistischen Regressionsmodell waren drei Faktoren mit schwerer Behinderung oder Tod assoziiert: ein Alter unter zwei Jahren (OR 8,2; 95 %-KI 1,0–67,2), Herpesviridae-Ätiologie (OR 14,5; 95 %-KI 1,2–177,3) und Dauer der Intubation (OR 1,005; 95 %-KI 1,00–1,01). (ej)
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