Schwerhörigkeit, Hörgerätenutzung und Demenzrisiko bei Senioren16. Februar 2024 Foto: Quality Stock Arts/stock.adobe.com Eine große Kohortenstudie belegt einen Zusammenhang zwischen erhöhtem Demenzrisiko und Schwerhörigkeit – insbesondere, wenn keine Hörgeräte genutzt werden. Allerdings sind die Risiko-Schätzwerte im Vergleich zu früheren Studien niedriger. Die dänische Kohortenstudie von Forschenden der Abteilung für klinische Forschung der Universität von Süddänemark schloss die Daten von 573.088 Personen ein und ist noch Angaben der Autoren die bisher größte Studie, die den Zusammenhang zwischen Demenzrisiko und Schwerhörigkeit analysiert hat. Das Thema ist nicht neu: Bereits frühere Studien hatten einen Zusammenhang zwischen dem Risiko eine Demenz zu entwickeln und Hörverlust hergestellt. Die aktuelle Studie liefert eine Bestätigung dieses Zusammenhanges: Sie kommt zu dem Ergebnis, dass von Hörverlust Betroffene ein um 13 Prozent höheres Risiko haben an Demenz zu erkranken als Menschen mit normalem Gehör. Gefährdet sind besonders Personen mit einem hochgradigen Hörverlust. Das Team um Erstautorin Manuella Lech Canturia ging auch der Frage nach, ob sich das Risiko für eine Demenz unterscheidet, je nachdem ob Betroffene ein Hörgerät verwenden oder nicht. „Wir fanden heraus, dass das Risiko, an Demenz zu erkranken, bei Menschen, die keine Hörgeräte trugen, um 20 Prozent höher war als bei Menschen mit normalem Gehör. Bei Personen, die ein Hörgerät trugen, war das Risiko, an Demenz zu erkranken, um sechs Prozent erhöht. Das deutet darauf hin, dass das Tragen eines Hörgeräts die Entwicklung von Demenz verhindern oder verzögern kann“, erläuterte Cantuaria die Studienergebnisse. Die in der Studie ermittelten Risiko-Schätzungen fielen im Vergleich zu anderen Studien niedriger aus – nach Ansicht der Autoren unterstreicht diese Tatsache die Notwendigkeit für weitere qualitativ hochwertige Longitudinalstudien. Die Studie berücksichtige Daten von Personen aus Süddänemark aus den Jahren 2003 bis 2107, die über 50 Jahre alt waren, das durchschnittliche Alter lag bei 60,8 Jahren. Personen, bei denen vor Studienbeginn eine Demenz diagnostiziert wurde, wurden nicht in die Studie eingeschlossen. (ja)
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