Schwindel beeinflusst viele Lebensbereiche10. Oktober 2017 Foto: © GordonGrand – Fotolia.com Schwindelanfälle sind eines der am weitesten verbreiteten Symptome des Älterwerdens. Auch wenn Schwindel sehr häufig vorkommt, gibt es bislang nur wenige Studien zur Epidemiologie. Ziel einer aktuell veröffentlichten Studie war es, über die körperliche Funktionsfähigkeit, gesundheitsbezogene Aspekte und Geschlechtsunterschiede bei älteren Menschen (alle 75 Jahre alt) mit bzw. ohne Schwindelanfälle zu berichten. Eine Querschnittspopulation 75-jähriger Menschen aus dem Raum Göteborg (n = 675, 398 Frauen und 277 Männer) wurden mittels Fragebögen sowie Funktionstests untersucht. Die Fragen bezogen sich auf Schwindelanfälle/Gleichgewichtsstörungen, den Level der physischen Aktivität, Merkmale des Gehens, Auswirkungen von Stürzen, Anzahl der Stürze, subjektiv empfundene Gesundheit, Zustände allgemeiner Erschöpfung sowie die Einnahme von Medikamenten. Weitere Untersuchungen beinhalteten die maximale Gehgeschwindigkeit, die Fähigkeit zum Treppensteigen und zum Einbeinstand sowie die Greifkraft. Von Schwindelanfällen/Gleichgewichtsstörungen berichteten Frauen häufiger als Männer (40 % gegenüber 30 %, p=0,001). Personen, die von Vertigo berichteten, unternahmen im Vergleich zu denen ohne Schwindel seltener physische Übungen bis zu einem moderaten Intensitätslevel (im Sommer: 62 % gegenüber 74 %, p< 0,001; im Winter: 41 % gegenüber 51 %, p<0,001). Diese Menschen unternahmen auch seltener einen täglichen Spaziergang (p<0,05), wiesen einen niedrigeren Wert bezüglich FESS auf (p<0,001), berichteten häufiger von allgemeinen Erschöpfungszuständen (p<0,001), waren im letzten Jahr häufiger gestürzt (40 % gegenüber 23 %, p<0,001) und nahmen häufiger Medikamente ein (4,6 gegenüber 3,3, p<0,001). Diese Patientengruppe zeigte beim Gehen eine deutlich geringere Geschwindigkeit, eingeschränkte Fähigkeit zum Treppensteigen und zum Einbeinstand (p<0,001), jedoch keine Einschränkungen hinsichtlich der Greifkraft. Die Autoren ziehen das Fazit, dass ältere Menschen mit Schwindelanfällen physisch weniger aktiv sind, eine eingeschränkte Funktion der unteren Extremitäten zeigen, häufiger stürzen und allgemein von einem schlechteren Gesundheitszustand berichten als die Personen ohne Schwindelanfälle. (am)
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