SCLC: Entzündung fördert Widerstandsfähigkeit gegen Therapien23. Dezember 2025 CD45-Färbung von Lungenalveolargewebe in einem neuen SCLC-Mausmodell. Bei diesen Mäusen kommt es vor der Tumorentwicklung zu einer verstärkten Entzündung (CD45 = Immunzellen, braun). Abbildung: © Ariadne Androulidaki/Universität zu Köln Wissenschaftler der Universität zu Köln haben einen neuen Mechanismus entdeckt, der es ermöglicht, dass das Kleinzellige Lungenkarzinom (SCLC) der Behandlung entgeht. Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten für effizientere Therapien. Das SCLC ist eine der aggressivsten Formen von Lungenkrebs: Nach fünf Jahren überleben lediglich fünf Prozent der Erkrankten. Trotz dieser schlechten Prognose spricht der SCLC anfänglich gut auf eine Chemotherapie an. In der Regel kommt es jedoch zu Rezidiven und einer raschen Progression. Es gilt daher, die biologischen Mechanismen des SCLC weiter zu erforschen, um die Wirksamkeit von Therapien zu verlängern, Rezidive zu überwinden und letztlich die langfristigen Behandlungsergebnisse zu verbessern.Ein Forschungsteam unter der Leitung von Prof. Silvia von Karstedt (Translationale Genomik, Exzellenzcluster für Alternsforschung CECAD und Center for Molecular Medicine Cologne [CMMC]) hat einen neuartigen Mechanismus entdeckt, der SCLC so aggressiv macht. Ihre Untersuchungsergebnisse aus einem Mausmodell haben die Wissenschaftler kürzlich in „Nature Communications“ veröffentlicht.Im Gegensatz zu anderen Epithelkarzinomen besitzt SCLC ähnliche Merkmale wie neuronale Zellen. Dazu gehört die fehlende Expression von Caspase-8. Dieses Protein ist an der Apoptose beteiligt. Um die Merkmale des menschlichem SCLC besser nachahmen zu können, hat das Kölner Team ein neues, gentechnisch verändertes Mausmodell entwickelt und charakterisiert, dem Caspase-8 fehlt. Anhand dieses neuen Modells beobachtete das Team, dass auf das Fehlen dieses Proteins eine ungewöhnliche Kettenreaktion folgt. Feindliches Umfeld durch Fehlen von Caspase-8 Das Fehlen von Caspase-8 führt laut von Karstedt zur Nekroptose. Diese schaffe ein feindliches, entzündetes Umfeld, noch bevor sich ein Tumor vollständig bildet. Die Forscherin berichtet: „Wir waren ebenso fasziniert von der Erkenntnis, dass die prä-tumorale Nekroptose tatsächlich Krebs fördern kann, indem sie das Immunsystem konditioniert.“ Die Entzündung schafft eine Umgebung, in der die körpereigene Immunreaktion gegen Krebs unterdrückt wird, sodass die Immunzellen Bedrohungen wie Krebszellen nicht angreifen können. Dies wiederum kann die Metastasierung von Tumoren fördern.Überrascht stellten die Wissenschaftler fest, dass diese Entzündung die Krebszellen auch dazu bringt, sich eher wie unreife neuronenähnliche Zellen zu verhalten. In diesem Zustand können sie sich besser ausbreiten. Er ist auch mit Rezidiven verbunden. Ergebnisse aus Mausmodell auch auf den Menschen anwendbar? Ob eine ähnliche prä-tumorale Entzündung auch im Menschen auftritt, ist noch nicht belegt. Mithilfe dieser neuen Studienergebnisse wurde aber ein Mechanismus identifiziert, der zur Aggressivität und zum Rückfall von SCLC-Patienten beiträgt. Mit dieser Erkenntnis könnten sich künftige Therapien und diagnostische Methoden in frühen Stadien effizienter gestalten lassen.Die Forschungsarbeit wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft im Rahmen des Sonderforschungsbereichs (SFB) 1399 „Mechanismen der Medikamenten-Empfindlichkeit und -Resistenz beim kleinzelligen Bronchialkarzinom“ gefördert.
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