Screening auf Armut und Interventionen in der kanadischen Grundversorgung2. April 2019 © rob z – fotlia.com Mitarbeiter im Gesundheitswesen und Gesundheitsorganisationen sollen dazu ermutigt werden, auf die sozialen Determinanten von Gesundheit stärker einzuwirken. Es gibt bisher aber nur wenige veröffentlichte Beispiele, bei denen Ärzte in der Grundversorgung Interventionen zur Armutsbekämpfung anwenden, um den Gesundheitszustand ihrer Patienten zu verbessern. Digitale Tools wurden bisher nicht eingehend untersucht. Ziel dieser Studie war es, die Akzeptanz und Durchführbarkeit eines Screenings auf Armut zu untersuchen. Durch die Verwendung eines Online-Tools sollte zudem herausgefunden werden, welche finanziellen Hilfen ein Patient in Anspruch nehmen kann. Das Screening sollte mithilfe eines Online-Tools in einem kanadischen „Community Health Center“ durchgeführt werden. Die Ärzte wurden aufgefordert, das Online-Tool während eines Zeitraums von einem Monat bei jedem Patientenkontakt einzusetzen. Ein Link zum Tool war leicht zugänglich, Erinnerungs-E-Mails wurden regelmäßig versendet. Zur Auswertung wurden die folgenden Methoden eingesetzt: Umfragen, Fokusgruppen und Interviews. 13 Ärztinnen und Ärzte (81,25% der Ärzte im Gesundheitszentrum) mit unterschiedlich langer Berufserfahrung nahmen an der Studie teil. Die Ärzte gaben an, sie seien sich der Bedeutung der Erkennung von Armut als Gesundheitsproblem bewusst, hatten jedoch nur ein geringes Vertrauen in ihre Fähigkeit, Armut zu bekämpfen. Das Online-Tool wurde bei 63 Patienten über einen Zeitraum von einem Monat verwendet. Obwohl das Screening auf Armut in regelmäßigen Abläufen logistisch schwierig ist, könnten Online-Tools Patienten und Mitarbeitern im Gesundheitssystem helfen, finanzielle Hilfsmöglichkeiten schneller zu erkennen. Zukünftige Interventionen sollten zudem ein robusteres Follow-up beinhalten. Fazit Ein Screening auf Armut und das Aufzeigen finanzieller Unterstützungsmöglichkeiten, für die für einen Patienten in Frage kommen, sind ein gangbarer Weg, um die finanzielle Situation von Patienten zu verbessern. (rl) Autoren: Pinto et al. Korrespondenz: Andrew D Pinto, E-Mail: [email protected] Studie: Screening for poverty and intervening in a primary care setting: an acceptability and feasibility study Quelle: Fam Pract. 2019 Jan 9. doi: 10.1093/fampra/cmy129. Web:https://academic.oup.com/fampra/