Sechs Minuten hochintensives Training könnten den Ausbruch von Alzheimer verzögern16. Januar 2023 Ein Studienteilnehmer bei der Untersuchung. (Foto: © School of Physical Education, Sport and Exercise Science, University of Otago and @alexmackphotography) Sechs Minuten hochintensives Training können helfen, das Gehirn länger gesund zu erhalten und das Auftreten neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson zu verzögern. Darauf deutet eine aktuelle Studie aus Neuseeland hin. Die Forschungsergebnisse zeigen, dass ein kurzes, aber intensives Radfahren die Produktion des Brain-Derived Neurotrophic Factor (BDNF) erhöht, der für Lernen und Gedächtnis wichtig ist und das Gehirn vor altersbedingtem kognitivem Abbau schützen könnte. Tierstudien haben gezeigt, dass eine erhöhte Verfügbarkeit von BDNF die Bildung und Speicherung von Erinnerungen fördert, das Lernen verbessert und insgesamt die kognitive Leistung steigert. Diese Schlüsselrollen und seine offensichtlichen neuroprotektiven Eigenschaften haben das Interesse an BDNF in der Alternsforschung geweckt. Der Hauptautor der Studie, Travis Gibbons von der University of Otago, Neuseeland, sagte: “BDNF hat sich in Tiermodellen als sehr vielversprechend erwiesen, aber pharmazeutische Interventionen haben es bisher nicht geschafft, die schützende Kraft von BDNF beim Menschen sicher zu nutzen. Wir sahen die Notwendigkeit, nichtpharmakologische Ansätze zu erforschen, mit denen die Kapazität des Gehirns erhalten werden kann, die der Mensch nutzen kann, um den BDNF-Spiegel auf natürliche Weise zu erhöhen, um ein gesundes Altern zu unterstützen.” Um den Einfluss von Fasten und Bewegung auf die BDNF-Produktion zu untersuchen, verglichen die Forscher die folgenden Faktoren, um die isolierten und interaktiven Auswirkungen zu untersuchen: – 20 Stunden langes Fasten, – leichte körperliche Betätigung (90-minütiges Radfahren mit geringer Intensität), – Hochintensives Training (sechsminütiges, kräftiges Radfahren), – Kombiniertes Fasten und Sport. Dabei zeigte sich, dass ein kurzes, aber kräftiges Training die effizienteste Art war, den BDNF-Spiegel zu erhöhen, verglichen mit einem Tag Fasten mit oder ohne eine längere Sitzung mit leichtem Training. BDNF stieg um das Vier- bis Fünffache (396 pg/l –1170 pg/l) im Vergleich zum Fasten (keine Veränderung der BDNF-Konzentration) oder zu längerer körperlicher Betätigung (leichter Anstieg der BDNF-Konzentration, 336 pg/l –390 pg/l). Die Ursache für diese Unterschiede ist noch nicht bekannt, und es sind weitere Untersuchungen erforderlich, um die beteiligten Mechanismen zu verstehen. Eine Hypothese der Forscher steht jedoch im Zusammenhang mit dem zerebralen Substratwechsel und dem Glukosestoffwechsel, der primären Brennstoffquelle des Gehirns. Beim zerebralen Substratwechsel tauscht das Gehirn seine bevorzugte Brennstoffquelle gegen eine andere aus, um sicherzustellen, dass der Energiebedarf des Körpers gedeckt wird, beispielsweise durch die Verstoffwechselung von Laktat anstelle von Glukose während des Trainings. Die Umstellung des Gehirns von Glukose auf Laktat setzt Stoffwechselwege in Gang, die zu einem erhöhten BDNF-Spiegel im Blut führen. Der beobachtete Anstieg des BDNF-Spiegels bei körperlicher Betätigung könnte jedoch auch auf die erhöhte Zahl von Blutplättchen zurückzuführen sein, die große Mengen an BDNF speichern. Die Konzentration der im Blut zirkulierenden Blutplättchen wird durch Bewegung stärker beeinflusst als durch Fasten und steigt durch intensives Training um 20 Prozent. An der Studie nahmen zwölf körperlich aktive Teilnehmer (sechs Männer, sechs Frauen im Alter zwischen 18 und 56 Jahren) teil. Weitere Forschungsarbeiten sind im Gange, um die Auswirkungen von Kalorienrestriktion und körperlicher Betätigung genauer zu untersuchen und den Einfluss auf BDNF und die kognitiven Vorteile zu ermitteln. “Wir untersuchen jetzt, wie längeres Fasten, zum Beispiel bis zu drei Tagen, den BDNF beeinflusst. Wir sind neugierig, ob intensiver Sport zu Beginn des Fastens die positiven Auswirkungen des Fastens beschleunigt. Fasten und Sport werden nur selten zusammen untersucht. Wir glauben, dass Fasten und Bewegung zusammen eingesetzt werden können, um die BDNF-Produktion im menschlichen Gehirn zu optimieren”, sagte Gibbons.
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