Selbsthilfe fordert mehr Psychotherapie-Plätze für zwangserkrankte Kinder und Jugendliche22. Dezember 2022 Die Vorsitzende der Selbsthilfeorganisation, Antonia Peters. (Foto: Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V.) Die Deutsche Gesellschaft Zwangserkrankungen e. V. kritisiert die viel zu langen Wartezeiten auf einen Platz bei Kinder- und Jugendpsychotherapeuten und weist auf die hohe Belastung der Betroffenen und deren Familien hin. Wie die Vorsitzende der Selbsthilfeorganisation, Antonia Peters, anlässlich eines aktuellen Online-Seminars zum Thema „Mein Kind hat eine Zwangsstörung“ erklärte, sei die Verzweiflung vieler Eltern groß, nachdem einige Therapeuten und Spezialambulanzen der Universitätskliniken einen vorübergehenden Aufnahmestopp verhängt haben: „Nicht nur in den Kinderkliniken sind die Zustände derzeit katastrophal. Auch bei der Suche nach ambulanter Verhaltenstherapie für Kinder und Jugendliche gibt es massive Probleme. Die Zahl der Therapieplätze ist viel zu niedrig, zumal die Nachwirkungen der sozialen Isolation durch die Corona-Lockdowns nun immer deutlicher werden und viele Familien auf professionelle Unterstützung angewiesen sind. Aus den Rückmeldungen wissen wir, dass Mütter und Väter vielfach hilflos sind, weil sie einfach keinen freien Ansprechpartner für ihre zwangserkrankten Kinder finden. Das Gefühl des Alleingelassenseins verschlimmert die eigentliche Herausforderung, die durch die Erkrankung ohnehin besteht, noch zusätzlich“. Da eine Zwangsstörung oft das komplette Umfeld einbezieht, ist der Leidensdruck nicht nur bei den betroffenen Kindern und Jugendlichen riesig, sondern auch die Eltern und Geschwister wissen nicht, wie sie mit dem ritualhaften Denken und Verhalten ihrer Angehörigen umgehen sollen. „Um Konflikten möglichst aus dem Weg zu gehen, lässt sich die Familie dann häufig in die Zwangsrituale einbeziehen und hält sie damit aufrecht. Eltern sehen sich in einer besonders gespaltenen Situation: Wenn von ihnen keine Unterstützung kommt, fühlt sich das betroffene Kind nicht verstanden und nicht geliebt. Einige von ihnen werden daraufhin sogar verbal und körperlich aggressiv. Lassen sich die Eltern hingegen auf die Zwänge ein, fördern sie den Fortbestand der Erkrankung. Je länger dieser Zustand anhält, umso mehr verstrickt sich die gesamte Familie in dieses Hamsterrad und die Gefahr steigt, dass sich die Symptome chronifizieren. In dieser Zwickmühle nehmen Eltern auch tiefenpsychologische und andere Therapieformen in Anspruch, deren Wirksamkeit bislang nicht nachgewiesen ist“, erklärt Peters und appelliert abschließend: „Kinder sind unsere Zukunft, deshalb braucht es für sie schnellstmöglich zusätzliche ambulante Behandlungsmöglichkeiten mit erwiesener Wirksamkeit. Wir fordern im Namen aller Betroffenen mit psychischen Erkrankungen mehr Kassensitze für Kinder- und Jugendpsychotherapeuten mit verhaltenstherapeutischer Ausbildung. Denn es darf nicht sein, dass wir Familien mit einer solchen Bürde übersehen und sie im Stich lassen“.
Mehr erfahren zu: "Antimykotika in der Schwangerschaft mit Veränderungen fetaler Hormonproduktion assoziiert" Antimykotika in der Schwangerschaft mit Veränderungen fetaler Hormonproduktion assoziiert Die Anwendung gängiger Azol-Antimykotika während der Schwangerschaft ist mit Veränderungen der fetalen Steroidhormonproduktion und der reproduktiven Entwicklung assoziiert.
Mehr erfahren zu: "Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent" Durchschnittlicher Zusatzbeitragssatz der Kassen bleibt stabil bei 2,9 Prozent Der GKV-Schätzerkreis hat seine Prognosen für die finanziellen Rahmenbedingungen für 2027 abgegeben. Der Bundesgesundheitsminister wertet es als Erfolg des GKV-Spargesetzes, die KBV übt daran weiter Kritik.
Mehr erfahren zu: "Kinderschutz in O & U: Vom Verdacht zur Handlung – Strukturiertes Vorgehen im Alltag" Kinderschutz in O & U: Vom Verdacht zur Handlung – Strukturiertes Vorgehen im Alltag Kaum eine Fachdisziplin sieht körperliche Gewalt gegen Kinder so früh wie die Orthopädie und Unfallchirurgie – und kaum eine steht dabei so oft vor derselben Frage: Verletzung behandeln – Verdacht […]