Seminom im klinischen Stadium I: Vier Risikofaktoren für Rezidive identifiziert21. Mai 2024 Bei bestimmten Fällen von Hodenkrebs wird es nun leichter, das Risiko für ein Rezidiv zu bestimmen. Foto: kenchiro168 – stock.adobe.com Dänische Uro-Onkologen haben in einer landesweiten, bevölkerungsbasierten Kohortenstudie vier Prognosefaktoren für einen Rückfall bei Patienten mit Seminom im klinischen Stadium I identifiziert. Wie Thomas Wagner von der Abteilung für Onkologie am Universitätsklinikum Kopenhagen und seine Kollegen berichten, hat die Evidenz früherer Studien an Selektionsverzerrungen und variablen Pathologieberichten gelitten. Daher haben Wagner und Kollegen prognostische Faktoren nun in einem unselektierten landesweiten bevölkerungsbasierten Umfeld mit zentraler Pathologieprüfung bewertet. Die Autoren identifizierten in der prospektiven dänischen Hodenkrebs-Datenbank Patienten mit klinischem Seminom im Stadium I, die zwischen Januar 2013 und Dezember 2018 ihre Diagnose erhalten hatten. Die Verknüpfung mit dem dänischen Nationalen Pathologieregister ermöglichte es, histologische Schnitte aus den Orchiektomieproben zu entnehmen. Bei der Beurteilung waren die Pathologen für das klinische Ergebnis verblindet. Zudem zogen die Wissenschaftler klinische Daten aus Krankenakten bis Juli 2022 heran. Den Zusammenhang zwischen vorab festgelegten potenziellen klinischen und histopathologischen Prognosefaktoren und einem Rückfall bewerteten sie mithilfe der Cox-Regressionsanalyse. Von den 924 in die Analyse eingeschlossenen Patienten erlitten 148 (16%) Patienten während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 6,3 Jahren einen Rückfall. Eine Invasion des Hodenhilus (Rete testis und Hilusweichgewebe), eine lymphovaskuläre Invasion sowie erhöhte Werte von beta-humanem Choriongonadotropin und Laktatdehydrogenase, jeweils vor der Orchiektomie, waren unabhängige Prädiktoren für einen Rückfall. Das geschätzte 5-Jahres-Rückfallrisiko reichte von 6% bei Patienten ohne Risikofaktoren bis zu 62% bei Patienten mit allen 4 Risikofaktoren einschließlich Tumorausbreitung in das hiläre Weichgewebe des Hodenhilus. Nach interner Modellvalidierung wies das Prognosemodell eine Gesamtkonkordanzstatistik von 0,70 auf. (ms)
Mehr erfahren zu: "Kasse: Krankheitsausfälle im Job auch 2025 auf hohem Niveau" Kasse: Krankheitsausfälle im Job auch 2025 auf hohem Niveau Erkältungen, psychische Probleme, Rückenschmerzen: Fehlzeiten von Beschäftigten wegen Krankheit halten sich hartnäckig, wie neue Daten zeigen. Politiker stellen Regelungen wie die telefonische Krankschreibung infrage. Auch neue Modelle werden diktutiert.
Mehr erfahren zu: "Merz kritisiert hohen Krankenstand – Liegt es an telefonischer Krankschreibung?" Merz kritisiert hohen Krankenstand – Liegt es an telefonischer Krankschreibung? Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat angesichts aktueller Zahlen zu viele Fehltage wegen Krankheit kritisiert. Seine Partei stellt insbesondere die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung, die während der Corona-Pandemie eingeführt wurde, infrage.
Mehr erfahren zu: "Reproduktionsimmunologie: Jenaer Professor DGRM-Vorsitz" Reproduktionsimmunologie: Jenaer Professor DGRM-Vorsitz Mit Beginn dieses Jahres hat Prof. Udo Markert den Vorsitz der Deutschen Gesellschaft für Reproduktionsmedizin (DGRM) übernommen. Das hat das Universitätsklinikum Jena mitgeteilt.