Sensorineuraler Hörverlust – Review der Therapieansätze17. April 2019 Foto: © Zerbor – Fotolia.com Die Behandlung des idiopathischen plötzlichen sensorineuralen Hörverlusts (ISSNHL) stellt Otolaryngologen vor große Herausforderungen; eine wirksame medikamentöse Therapie ist nicht bekannt, andere Behandlungsmaßnahmen und Kombinationstherapien stehen derzeit in der Diskussion. Ein Team von Otolaryngologen der Universitätsklinik in Utrecht hat nun in einem groß angelegten Review die Wirksamkeit der hyperbaren Sauerstofftherapie (HBOT) bei Patienten mit ISSNHL überprüft: Sie durchsuchten die Datenbanken Embase, MEDLINE und Cochrane nach klinischen Studien zur Behandlung des ISSNHL. Die berücksichtigten Studien stammen aus dem Zeitraum zwischen 2002 und 2018 und sind auf Englisch, Niederländisch oder Deutsch verfasst. Die Suchbegriffe umfassten Synonyme für idiopathischen plötzlichen Hörverlust. Insgesamt 16 Artikel konnten ausfindig gemacht werden, die sich mit der HBOT befassen. Alle Patienten dieser Studien wurden mittels Reintonaudiometrie untersucht. Ein Großteil der Patienten stellte sich mit einseitigem Hörverlust vor (mit bilateralem Hörverlust: weniger als 5 %). In verschiedenen Studien erwies sich die durchschnittliche Verbesserung des Hörvermögens von fünf benachbarten Frequenzen bei HBOT oder der Verabreichung systemischer Kortikosteroide als signifikant, aber nur bei Patienten mit schwerem oder profundem Hörverlust. Eine statistisch bedeutsame Verbesserung stellte sich bei Patienten ein, deren initialer Hörverlust mehr als 81 dB betrug. Auf die gesamte Gruppe von Patienten mit ISSNHL bezogen, konnte keine signifikante Differenz zwischen den Interventions- und den Kontrollgruppen nachgewiesen werden. Die Ergebnisse des vorliegenden Reviews deuten darauf hin, dass die Kombinationstherapie aus HBOT und systemischen Kortikosteroiden bei schwerem bis profundem Hörverlust eine Verbesserung des Hörvermögens bewirkt. (am)
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