Sexuelle Gesundheit von Frauen im Karneval schützen

Frauenärztinnen und -ärzte sind gerade zur Karnevalszeit die erste Anlaufstelle für Frauen bezüglich Notfallverhütung, sexuell übertragbaren Krankheiten und sexualisierter Gewalt. (Bild: © Kzenon/stock.adobe.com)

Mit Beginn des Karnevals an Weiberfastnacht (12. Februar 2026) rechnet der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte (BVF) mit einem Anstieg an Beratungsanlässen von Frauen zu Notfallverhütung, sexuell übertragbaren Krankheiten und sexualisierter Gewalt.

Der am Donnerstag beginnende Karneval erhöht das Risiko für ungeschützten Geschlechtsverkehr, Pannen bei Verhütung und sexualisierte Gewalt vor allem für Frauen. Als Ärztinnen und Ärzte können Sie Patientinnen frühzeitig auf Schutzmaßnahmen, mögliche Risiken und Handlungsschritte hinweisen. Dafür stellt der BVF konkrete Handlungsratschläge zur Verfügung:

Kondom gerissen/abgerutscht:

  • Zeitpunkt dokumentieren – wichtig für Notfallverhütung und STI-Abklärung.
  • Ärztliche Beratung zu Notfallverhütung einholen; mögliche STI-Testung besprechen.

Notfallverhütung („Pille danach“):

  • So früh wie möglich einnehmen: Levonorgestrel bis 72 h, Ulipristalacetat bis 120 h nach ungeschütztem Geschlechtsverkehr.
  • Alternative: Kupferspirale („Spirale danach“) bis 5 Tage nach dem Sex – gleichzeitig längerfristige Verhütungsoption.

Angst vor STI ohne Symptome:

  • Nicht auf Beschwerden warten; viele Infektionen verlaufen zunächst symptomlos.
  • Beratung zu Risiken, Testzeitpunkten und ggf. Therapieoptionen.

Erbrechen nach Einnahme oraler Kontrazeptiva oder Notfallverhütung:

  • Ärztliche Rücksprache dringend empfohlen, ggf. erneute Einnahme.

Unsicherheit oder Erinnerungslücken nach Alkoholkonsum / Verdacht auf sexualisierte Gewalt:

  • Vertrauensvolle Beratung anonym möglich, z. B. Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ (116 016).
  • Zustimmung zu sexuellen Handlungen muss klar und freiwillig erfolgen.
  • Bei akuter Gefahr: Polizei/Notruf informieren, medizinische Versorgung nutzen.

Frauenärztinnen und Frauenärzte können durch gezielte Beratung zu Verhütung, STI und Notfallsituationen die Patientinnen unterstützen und Risiken minimieren. Frühzeitige Intervention, klare Informationen und zugängliche Anlaufstellen spielen dabei eine zentrale Rolle.