SGLT-2-Hemmer reduziert schwerwiegende Folgen einer Herzinsuffizienz16. Mai 2022 © Wayhome Studio – stock.adobe.com (Symbolbild) Bisher war unklar, ob die Behandlung der Herzinsuffizienz mit verminderter Ejektionsfraktion (HFrEF) mithilfe von Empagliflozin einen zusätzlichen Nutzen zu etablierten Therapien bietet. Daher wurden nun die Wirksamkeit und Sicherheit von Empagliflozin bei HFrEF-Patienten zusätzlich zur Basisbehandlung in bestimmten Dosierungen und Kombinationen mit krankheitsmodifizierenden Therapien untersucht. Kanadische Forschende führten daher eine Post-hoc-Analyse der randomisierten, doppelblinden, parallelen EMPEROR-Reduced-Studie durch, die in 520 Zentren (Krankenhäuser und medizinische Kliniken) in 20 Ländern in Asien, Australien, Europa, Nordamerika und Südamerika durchgeführt wurde. Patienten mit einer New-York-Heart-Association(NYHA)-Klassifikation II−IV und mit einer Ejektionsfraktion von ≤40% wurden 1:1 entweder auf eine zusätzliche orale Empagliflozin-Therapie von 10 mg/Tag oder Placebo randomisiert. Primärer zusammengesetzter Endpunkt waren der kardiovaskuläre Tod und die Krankenhauseinweisung wegen Herzinsuffizienz; als sekundärer Endpunkt wurde die Gesamtzahl der Krankenhauseinweisungen wegen Herzinsuffizienz bewertet. Die Ergebnisse wurden je nach Basistherapie mit Angiotensin-Converting-Enzyme(ACE)-Hemmern und Angiotensin-II-Rezeptor-Blockern (ARB) oder Angiotensin-Rezeptor-Neprilysin-Inhibitoren (ARNI) sowie β-Blockern und Mineralocorticoidrezeptor-Antagonisten (MRA) in einer Dosierung von <50% oder ≥50% der Zieldosis und in verschiedenen Kombinationen analysiert. Bei insgesamt 3730 Patienten (mittleres Alter: 66,8 Jahre; 23,9% Frauen) verringerte Empagliflozin das Risiko für kardiovaskulären Tod und Krankenhausaufenthalte bei Herzinsuffizienz (361/1863 der Empagliflozin-Gruppe und 462/1867 der Placebo-Gruppe; HR 0,75; 95%-KI 0,65–0,86) unabhängig von der Basistherapie oder den verwendeten Dosierungen von ACE-Hemmern oder ARB (Dosierung <50%: HR 0,85; 95%-KI 0,69–1,06 sowie Dosierung ≥50%: HR 0,67; 95%-KI 0,52–0,88; pInteraktion=0,18). Ein ähnliches Ergebnis wurde für β-Blocker beobachtet (Dosierung <50%: HR 0,66; 95%-KI 0,54–0,80 sowie Dosierung ≥50%: HR 0,81; 95%-KI 0,66–1,00; pInteraktion=0,15). Empagliflozin verringerte auch das Risiko, unabhängig von einer Dreifachtherapie mit ACE-Hemmern, ARB oder ARNI plus β-Blocker plus MRA (verabreichte Kombination: HR 0,73; 95%-KI 0,61–0,88; nichtverabreichte Kombination: HR 0,76; 95%-KI 0,62–0,94; pInteraktion=0,77). Fazit Empagliflozin verringerte schwerwiegende Folgen einer Herzinsuffizienz in allen Dosierungen und Kombinationen von krankheitsmodifizierenden Therapien bei HFrEF. Daher könne Empagliflozin als Basistherapie für alle HFrEF-Patienten in Betracht gezogen werden, unabhängig von einer bereits bestehenden Therapie, resümieren die Studienautoren. (je) Autoren: Verma S et al. Korrespondenz: Subodh Verma; [email protected] Studie: Empagliflozin in the treatment of heart failure with reduced ejection fraction in addition to background therapies and therapeutic combinations (EMPEROR-Reduced): a post-hoc analysis of a randomised trial Quelle: Lancet Diabetes Endocrinol 2022;10(1):35–45. Web: https://doi.org/10.1016/S2213-8587(21)00292-8
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