Shamonda-Virus breitet sich aus: In Rheinland-Pfalz bereits 62 Rinderbetriebe betroffen3. September 2026 (Symbolbild) Foto: littlewolf1989 – stock.adobe.com Das Shamonda-Virus ist seit dem Sommer in Mitteleuropa nachgewiesen. Inzwischen betrifft es 62 Rinderbestände in Rheinland-Pfalz. Fieber, Durchfall und weniger Milchleistung: In immer mehr Rinderbetrieben in Rheinland-Pfalz wird das sogenannte Shamonda-Virus nachgewiesen. Nach Angaben des Landesuntersuchungsamtes (LUA) Rheinland-Pfalz in Koblenz sind bislang 62 Bestände (Stand 2. September) positiv auf das Virus getestet worden. Das Shamonda-Virus ist in diesem Sommer erstmalig in Mitteleuropa aufgetreten und breitet sich nun bei Rindern in Südwestdeutschland aus. Das Virus ist für den Menschen ungefährlich. Blutsaugende Gnitzen (Mücken) übertragen das Virus. Aktuell rechne man mit einer schnellen Ausbreitung des Virus, da die höchste Aktivität der Gnitzen zwischen Juli und Oktober besteht, teilte das LUA mit. Meist milder Verlauf Die betroffenen Tiere zeigten Fieber und Durchfall, Milchkühe gäben weniger Milch. Infektionen führten in der Regel lediglich zu milden klinischen Erscheinungen: „Die Tiere erholen sich nach jetzigem Stand meist relativ schnell“, hieß es. Von besonderer Bedeutung sei aber die mögliche Übertragung des Virus auf den Fetus während der Trächtigkeit. Je nach Zeitpunkt der Infektion könnten Aborte, Totgeburten oder schwere angeborene Missbildungen auftreten. In Rheinland-Pfalz werde bisher keine signifikant erhöhte Sterblichkeit oder Abortrate bei Rindern gesehen, teilte das LUA weiter mit. Auch Alpaka und Pferd betroffen In der vergangenen Woche sei das Shamonda-Virus auch bei einem rheinland-pfälzischen Alpaka nachgewiesen worden. Das erkrankte Tier konnte demnach nicht aufstehen, zitterte stark und wies Untertemperatur auf. Inzwischen sei es wieder genesen. Zudem wurde laut LUA in der zweiten Augusthälfte ein totes Pferd aus Rheinland-Pfalz positiv auf das Virus getestet. Es handele sich um den ersten Nachweis des Shamonda-Virus bei einem Pferd in Deutschland, hieß es. Das Shamonda-Virus komme in Afrika und in Japan vor. Es sei ein Orthobunyavirus aus der Simbu-Serogruppe, zu der auch das Schmallenberg-Virus und das Akabane-Virus gehörten. Die positiv auf das Virus getesteten Rinderbestände liegen zum großen Teil in der Eifel: Im Eifelkreis Bitburg-Prüm (23), im Vulkaneifelkreis (9) und im Kreis Bernkastel-Wittlich (7). Betroffen sind auch Betriebe im Rhein-Lahn-Kreis, Rhein-Hunsrück-Kreis, Kreis Altenkirchen, Kreis Mayen-Koblenz, im Donnersbergkreis und Kreis Mainz-Bingen. Weiterführende Informationen: Wie das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) in seiner neuesten Mitteilung berichtet, hat es eine zweite europäische Variante des SHAV nachgewiesen: FLI bestätigt weiteres Shamonda-Virus-verwandtes Orthobunyavirus – Biermann Medizin Weitere Informationen zum Shamonda-Virus stellt das FLI auf der entsprechenden Themenseite zur Verfügung. Zur FLI-Tierseuchenseite Shamonda Steckbrief: Shamonda-Virus (SHAV)
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