Sieben Chemikalien im Grundwasser mit Nierenkrebs assoziiert

Wasser aus dem Brunnen – leider nicht immer so sauber, wie man es sich wünschen würde. Foto: Beautiful Korea – stock.adobe.com

Forscher aus Kalifornien (USA) haben im Grundwasser mehrere Verbindungen identifiziert, die mit Nierenkrebs in Zusammenhang stehen. Auch Glyphosat ist darunter.

Die Autoren fanden Inhaltsstoffe aus 18.506 öffentlichen Grundwasserbrunnen in allen 58 kalifornischen Landkreisen, die zwischen 1996 und 2010 untersucht wurden. Parallel erhielten sie vom California Cancer Registry Daten zur Nierenkrebsinzidenz auf Kreisebene für den Zeitraum 2003–2017. Für die Studie entwickelte das Team um Seniorautor John T. Leppert eine Plattform für Assoziationsstudien (water-wide association study, WWAS) und erstellte 3 Kohorten mit 5-jährigen Grundwassermessungen und 5-jährigen Daten zur Nierenkrebsinzidenz. Die Wissenschaftler verwendeten Poisson-Regressionsmodelle in jeder Kohorte, um den Zusammenhang zwischen durchschnittlichen Stoffkonzentrationen auf Kreisebene und Nierenkrebs abzuschätzen. Dabei berücksichtigten sie bekannte Risikofaktoren wie Geschlecht, Fettleibigkeit, Raucherprävalenz und sozioökonomischen Status auf Kreisebene.

13 im Grundwasser messbare Chemikalien erfüllten die strengen WWAS-Kriterien (Falscherkennungsrate <0,10 in der 1. Kohorte, gefolgt von p-Werten <0,05 in den nachfolgenden Kohorten) und waren mit der Inzidenz von Nierenkrebs verbunden. Die 7 Verbindungen, die in direktem Zusammenhang mit der Nierenkrebsinzidenz (und den entsprechenden standardisierten Inzidenzverhältnissen) stehen, waren Chlordan (1,06; 95%-KI 1,02–1,10), Dieldrin (1,04; 95%-KI 1,01–1,07), 1,2-Dichlorpropan (1,04; 95%-KI 1,02–1,05), Fenoprop (2,4,5-TP) (1,03; 95%-KI 1,01–1,05), Glyphosat (1,02; 95%-KI 1,01–1,04), Endothall (1,02; 95%-KI 1,01–1,03) und Carbaryl (1,02; 95%-KI 1,01–1,03). Unter den 6 Bestandteilen, die in umgekehrtem Zusammenhang mit der Nierenkrebsinzidenz stehen, hatte Bromid das standardisierte Inzidenzverhältnis, das am weitesten von Null entfernt war (0,97; 95%-KI 0,94–0,99). „Bemühungen der öffentlichen Gesundheitsfürsorge, die Belastung durch Nierenkrebs zu verringern, sollten Grundwasserbestandteile als Umweltbelastungen, die mit dem Auftreten von Nierenkrebs verbunden sein können, berücksichtigen“, fordern Leppert und Kollegen aufgrund ihrer Analysen.

(ms)