Smartwatch-Nutzung senkt Burn-out-Risiko und stärkt Resilienz bei Ärzten15. Oktober 2025 © WavebreakmediaMicro – stock.adobe.com (Symbolbild) Eine randomisierte Studie aus den USA zeigt: Ärzte, die über 6 Monate eine Smartwatch trugen, berichteten über geringere Burn-out-Raten und eine höhere Resilienz. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Wearables das Wohlbefinden medizinischer Fachkräfte positiv beeinflussen könnten. Fitnesstracker und smarte Uhren erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Wie sich das Tragen einer Smartwatch und der damit mögliche Zugriff auf die eigenen physiologischen Daten auf das Wohlbefinden von Ärzten auswirkt, war Gegenstand einer randomisierten klinischen Studie, die kürzlich in „JAMA Network Open“ veröffentlicht worden ist. Darin bewerteten die Forschenden die Auswirkungen, die solch ein Gerät auf die sie nutzenden Mediziner hat. Im Mittelpunkt stand die Frage nach Verbesserungen hinsichtlich des Auftretens von Burn-out und die Resilienz. An der Untersuchung nahmen 184 Ärzte aus 2 medizinischen Zentren in den USA teil (Mayo Clinic und University of Colorado School of Medicine), die sich dazu bereit erklärten, 6 Monate lang zu Forschungszwecken eine Smartwatch zu tragen. Bewertet wurden von den Studienautoren anhand validierter Skalen ein eventueller Burn-out, die Belastbarkeit, die Lebensqualität, depressive Symptome, Stress und Müdigkeit. Die Teilnehmer füllten zu Studienbeginn sowie nach 3, 6, 9 und 12 Monaten Fragebögen aus, es wurde eine Intention-to-Treat-Analyse durchgeführt. Die an der Befragung teilnehmenden Mediziner waren im Durchschnitt 37,5 Jahre alt (SD 9,3), bei der Mehrheit handelte es sich um Frauen (58,8%), 83 von 183 (45,4%) waren Assistenzärzte oder Fellows und 99 von 182 (54,4%) arbeiteten außerhalb der Primärversorgung. Die beiden Studienarme (Smartwatch vs. keine Smartwatch) glichen sich hinsichtlich der Ausgangswerte für das Wohlbefinden über alle gemessenen Dimensionen hinweg. Nach 6 Monaten litten 35 von 85 Ärzten (41,2%) im Interventionsarm an einem Burn-out, verglichen mit 46 von 91 (50,5%) im Kontrollarm (p=0,21). Die durchschnittlichen Resilienz-Scores nach 6 Monaten lagen bei 31,9 (SD 5,0) im Interventionsarm bzw. bei 29,5 (SD 6,2) im Kontrollarm (p=0,01). In einer multivariaten Analyse, die den Ausgangswert, demografische Merkmale, die Fachrichtung der Befragten und die Arbeitszeit berücksichtigte, war die Burn-out-Prävalenz im Interventions- vs. Kontrollarm nach 6 Monaten niedriger (OR 0,46; 95%-KI 0,21–0,99; p=0,046). Der durchschnittliche Wert für die Resilienz hingegen fiel höher aus (Parameterschätzung [Skala 0–40] 1,20 Punkte; 95%-KI 0,11–2,28; p=0,03; Cohen’s d 0,17). Fazit Ärzte, die eine Smartwatch trugen, zeigten Verbesserungen bei Burnout und Resilienz. Die Studienautoren schlagen vor, dass in künftigen Studien untersucht werden sollte, ob die Nutzung von Smartwatch-Daten zu tatsächlichen Verhaltensänderungen (z.B. adaptiver Bewältigung oder reflektierenden Gewohnheiten) führt, die das Burnout-Risiko senken und die Resilienz erhöhen. (ac) Autoren: Dyrbye LN Korrespondenz: Liselotte Dyrbye; [email protected] Studie: Smartwatch Use and Physician Well-Being: A Randomized Clinical Trial Quelle: JAMA Netw Open 2025;8(8):e2527275. Web: https://doi.org/10.1001/jamanetworkopen.2025.27275
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