So wirkt Lichttherapie gegen Depressionen26. Juli 2021 Expression von Per1 (gelb) in der lateralen Habenula (markiert) vor (l.) und nach einem 15-minütigen Lichtpuls (r.), der im Dunkeln zur Zeitgeberzeit 22 gegeben wurde. Die blaue Farbe stellt die Zellkerne dar. (Quelle: Iwona Olejniczak, 2021, PLOS Genetics, CC-BY 4.0 / https://creativecommons.org/licenses/by/4.0/) Im Mausmodell zeigen französische Wissenschaftler, wie Licht das zirkadiane Gen Period1 in einer Gehirnregion reguliert, die die Stimmung beeinflusst. Eine Lichttherapie kann die Stimmung von Menschen mit saisonaler Depression (SAD) während der kurzen Wintertage verbessern. Wie genau diese Therapie funktioniert, ist allerdings nicht gut verstanden. Eine neue Studie von Urs Albrecht an der Universität Fribourg zeigt nun, dass die positiven Effekte der Lichttherapie von der Aktivierung des Gens Period1 in einem Teil des Gehirns herrühren, der an der Regulierung von Stimmung und Schlaf-Wach-Zyklen beteiligt ist. Licht in der Dunkelphase hat starke Auswirkungen auf die Physiologie und das Verhalten von Säugetieren. Es kann die zirkadianen Rhythmen eines Tieres zurücksetzen und in Form einer Lichttherapie auch die Stimmung beim Menschen beeinflussen. Albrecht und seine Kollegen untersuchten an Mäusen, wie nächtliches Licht die Stimmung beeinflusst. Dazu setzten sie die Tiere zu verschiedenen Zeitpunkten während der Nacht einem Lichtimpuls aus und testeten sie anschließend auf depressives Verhalten. Die Forscher fanden heraus, dass die Lichtexposition gegen Ende der Dunkelphase – zwei Stunden vor Einsetzen des Tageslichts – eine antidepressive Wirkung auf die Tiere hatte. Der Lichtimpuls aktivierte das Period1-Gen in der lateralen Habenula, die eine Rolle bei der Stimmung spielt. Licht zu anderen Zeiten hatte dagegen keine Wirkung. Inaktivierten die Forschenden das Period1-Gen, zeigte das Licht keine positiven Effekte mehr. Diese Ergebnisse deuten den Forschenden zufolge darauf hin, dass das Einschalten von Period1 in der lateralen Habenula der Schlüssel zu den stimmungsaufhellenden Kräften des Lichts zu sein scheint. Die Reaktion der Mäuse, weniger depressiv zu sein, wenn sie am Ende der Dunkelphase Licht ausgesetzt sind, ähnelt den Wissenschaftlern zufolge Ergebnissen beim Menschen. Auch bei Patienten mit SAD ist Lichttherapie am frühen Morgen effizienter als am Abend. Allerdings sind Mäuse nachtaktive Tiere, wie die Forscher zu bedenken geben. Originalpublikation: Olejniczak I et al. Light affects behavioral despair involving the clock gene Period 1. PLoS Genet 2021;17(7): e1009625.
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