Some like it hot – Mäuse aber nicht!19. September 2022 Mauswurf Foto: © Kerstin Auer/Vetmeduni Hohe Temperaturen verringern den Fortpflanzungserfolg bei Mäusen. Das ist das Ergebnis einer soeben in der Fachzeitschrift „Animals“ erschienenen Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien. Demnach wirken sich höhere Umgebungstemperaturen negativ auf das Fortpflanzungsergebnis von stillenden Mäuse-Weibchen aus. Die Umgebungstemperatur hat einen großen Einfluss auf die Physiologie von Mäusen, von der Herzfrequenz und dem Blutdruck bis zum Tumorwachstum und immunologischen Parametern. Welche Temperatur sich für die Haltung von Labormäusen am besten eignet, ist bisher aber umstritten. Die aktuelle Standardtemperatur beträgt 20 bis 24 °C. Von einigen WissenschafterInnen wurde vorgeschlagen, die Temperatur auf 30 °C zu erhöhen, weil dies die thermoneutrale Zone für Mäuse ist. Die Argumentation dafür lautet, dass die derzeit üblichen Temperaturen einen chronischen Kältestress darstellen würden. Andere wissenschaftliche Stimmen vertreten jedoch die Ansicht, dass Temperaturen von 30 °C mit Hitzestress verbunden sind.Jung & Alt: Höhere Käfig-Temperatur bringt NachteileEine soeben veröffentlichte Studie der Vetmeduni untersuchte nun die Auswirkung unterschiedlicher Käfigtemperaturen (20 °C, 25 °C, 30 °C) auf die Fortpflanzung und die Ausscheidung von Stresshormonen bei Weibchen zweier häufig verwendeter Mausstämme. Demnach bringt eine höhere Umgebungstemperatur für stillende Mäuse-Weibchen und deren Junge keinen Vorteil. Im Gegenteil: Bei 30 °C wurde im Vergleich zu niedrigeren Temperaturen eine geringere Zahl an Jungtieren vom Stillen entwöhnt und Mutter- und Jungtiere brachten weniger Gewicht auf die Waage. Außerdem wiesen die Jungtiere unter der hohen Temperatur als physiologische Veränderung eine erhöhte Schwanzlänge auf.Empfehlung für „kühle“ StandardtemperaturStudien-Erstautor Thomas Kolbe vom Institut für In-vivo und In-vitro-Modelle der Vetmeduni fasst weitere wichtige Ergebnisse der Studie zusammen: „In den von uns untersuchten Temperaturgruppen konnten wir keine negativen Auswirkungen einer niedrigeren oder höheren Käfigtemperatur auf die Ausscheidung von Stresshormon-Metaboliten nachweisen. Allerdings verringerte sich bei höherer Temperatur die Reproduktionsleistung.“Deshalb spricht Studien-Co-Autorin Kerstin Auer (Institut für In-vivo und In-vitro-Modelle/Vetmeduni) für die Haltung von Labormäusen die folgende Empfehlung aus: „Wir schließen aus unserer Studie, dass die ‚kühle‘ Standardtemperatur in Mausställen keinen negativen Einfluss auf das Stressniveau der Tiere hat, solange ausreichend Nestbaumaterial vorhanden ist. In Anbetracht unserer Ergebnisse können wir eine Käfigtemperatur von 30 °C für die Zucht von Mäusen nicht empfehlen.“
Mehr erfahren zu: "Newcastle-Krankheit breitet sich auf Geflügelhöfen aus" Newcastle-Krankheit breitet sich auf Geflügelhöfen aus Jahrzehntelang war sie verschwunden. Nun breitet sich die Newcastle-Krankheit wieder unter Geflügel aus. In Brandenburg sind bisher zwei Betriebe betroffen, in Bayern sechs. Behörden sehen eine erhebliche Gefahr – auch […]
Mehr erfahren zu: "Legehennen-Symposium in Frankreich" Weiterlesen nach Anmeldung Legehennen-Symposium in Frankreich Am 5. und 6. März kommen auf einem europäischen Legehennen-Symposium Akteure aus der europäischen Eier- und Legehennenindustrie zusammen, um die Herausforderungen der Branche laut Veranstalter unter dem Gesichtspunkt von „One […]
Mehr erfahren zu: "Neues zum Brachyzephalen Obstruktiven Atemwegssyndrom" Neues zum Brachyzephalen Obstruktiven Atemwegssyndrom In einer Untersuchung von 14 Hunderassen wiesen Pekinesen und Japan Chins sowie übergewichtige Hunde mit verengten Nasenlöchern und flachen Gesichtern einen hohen Schweregrad des Brachyzephalen Obstruktiven Atemwegssyndroms auf.