Sonnenfinsternis: Ungeschützter Blick kann dauerhafte Netzhaut-Schäden verursachen7. August 2026 Beim Betrachten einer Sonnenfinsternis kann es zu schweren Netzhaut-Schäden kommen. © James Thew – stock.adobe.com Am Mittwoch, 12. August 2026, ist eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Auch die verbleibende Sonnensichel kann zu bleibenden Netzhaut-Schäden führen. Die Universitäts-Augenklinik Freiburg rät deshalb, die Sonnenfinsternis nur mit einer intakten und speziell dafür zertifizierten Sonnenfinsternisbrille zu beobachten. „Auch bei einer fast vollständig verdeckten Sonne darf die Schutzbrille nicht abgenommen werden. Die Netzhaut besitzt keine Schmerzrezeptoren. Betroffene bemerken eine Schädigung deshalb häufig erst später“, sagt PD Dr. Felicitas Bucher, Oberärztin an der Klinik für Augenheilkunde des Universitätsklinikums Freiburg. Netzhaut-Schäden betreffen die Stelle des schärfsten Sehens Die Augenlinse bündelt das Sonnenlicht auf der Netzhaut. „Besonders gefährdet ist die Makula, die für das Lesen, das Erkennen von Gesichtern und das scharfe Sehen zuständig ist“, erklärt Bucher. Intensives Licht kann dort die lichtempfindlichen Zellen schädigen, was als solare Retinopathie bezeichnet wird. Untersuchungen zeigen typische Schäden an den Fotorezeptoren, die sich mit einer optischen Kohärenztomografie darstellen lassen. Beschwerden augenärztlich untersuchen lassen Mögliche Beschwerden sind verschwommenes Sehen, ein dunkler Fleck im Zentrum des Gesichtsfeldes, verzerrte Linien, anhaltende Nachbilder und eine veränderte Farbwahrnehmung. Die Beschwerden können sofort, aber auch erst Stunden später auftreten. Wer solche Veränderungen bemerkt, sollte sich zeitnah augenärztlich untersuchen lassen. Bei einer deutlichen Sehverschlechterung ist eine umgehende Untersuchung erforderlich. Netzhaut-Schäden nicht zuverlässig behandelbar Das Sehvermögen kann sich innerhalb von Wochen oder Monaten bessern. Eine vollständige Erholung ist jedoch nicht sicher. „Eine Behandlung, die geschädigte Netzhautzellen zuverlässig wiederherstellt, gibt es bislang leider nicht“, sagt die Freiburger Augenärztin. Normale Sonnenbrillen, CDs, Rettungsdecken oder selbst gebaute Filter, so betont die Augenklink, schützen nicht ausreichend. Geeignet seien nur Sonnenfinsternisbrillen nach DIN EN ISO 12312-2. Ferngläser, Teleskope und Kameras würden spezielle Filter vor dem Objektiv benötigen.
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