Soziale Isolation und Einsamkeit unter Patienten mit Chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung: Empfindungen, die jeder sechste Betroffene kennt20. Februar 2024 SAN FRANCISCO (Biermann) – Wie eine US-amerikanische Arbeitsgruppe festgestellt hat, leidet fast jeder 6. Erwachsene mit Chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) unter sozialer Isolation und jeder 5. unter Einsamkeit. Die Forschenden beobachteten in ihrer Untersuchung von 10.384 Betroffenen außerdem, dass die Prävalenz bei denjenigen, die eine zusätzliche Sauerstoffversorgung erhielten, fast doppelt so hoch war wie in der Allgemeinbevölkerung. Bei der aktuell publizierten Untersuchung handelt es sich um eine Querschnittsstudie, in die selbstständig lebende Personen im Alter von rund 50 Jahren aus der landesweit repräsentativen Health and Retirement Study (HRS; 2016–2018) eingeschlossen wurden. Soziale Isolation wurde anhand einer 9-stufigen Skala definiert, Einsamkeit maßen die Forschenden mithilfe der 3-Punkte-UCLA-Einsamkeitsskala. Mittels multivariabler logistischer Regression definierten die Forschenden die Prävalenz und die damit verbundenen Merkmale für beide. Die an der Untersuchung teilnehmenden Personen waren im Durchschnitt 68 Jahre alt (SD 10,5), mit 54 % handelte es sich bei der Mehrheit um Frauen, 10 % waren schwarz, 11% litten nach eigenen Angaben an COPD und 2 % berichteten, dass sie zusätzlichen Sauerstoff erhielten. Insgesamt erwiesen sich 12 % als sozial isoliert, ebenfalls 12 % waren einsam und 3 % beides. Bei Personen mit COPD erwies sich die adjustierte Prävalenz sozialer Isolation als höher (keine COPD: 11 %; COPD: 16 %; COPD unter Sauerstofftherapie: 20 %; p<0,05), das gleiche traf auf Einsamkeit zu (keine COPD: 11 %; COPD: 18 %; COPD unter Sauerstofftherapie: 22 %; p<0,001). Bei Patienten mit COPD gehörten zu den mit sozialer Isolation verbundenen Merkmalen (p<0,05) das Geschlecht (Männer: 22 %; Frauen: 13 %), Zugehörigkeit zur Bevölkerungsgruppe der nichthispanischen Weißen (Weiße: 19 %; Schwarze: 7 %), ein geringes Vermögen (<6.000 US-Dollar: 32 %; 81.001–239.000 US-Dollar: 10 %), Depression (Depression: 24 %; keine Depression: 14 %), Probleme bei einer oder mehreren Aktivitäten des täglichen Lebens (≥1 Problem: 22 %; keine Probleme: 14 %) und aktueller Zigarettenkonsum (aktuell: 24 %; nie: 13 %). Zu den mit Einsamkeit verbundenen Eigenschaften unter den Studienteilnehmern (p<0,05) zählten ein jüngeres Alter (50–64 Jahre: 22 %; 75–84 Jahre: 12 %), ein Leben ohne Partner (Single: 32 %; verheiratet: 12 %), Depression (Depression: 36 %; keine Depression: 13 %), Probleme bei einer oder mehreren Aktivitäten des täglichen Lebens (≥1 Problem: 29 %; keine Probleme: 15 %), Diabetes (Diabetes: 26 %; kein Diabetes: 17 %) und Herzerkrankungen (Herzerkrankung 23 %; keine Herzerkrankung: 17 %). (ac) Autoren: Suen AO et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: National Prevalence of Social Isolation and Loneliness in Adults with Chronic Obstructive Pulmonary Disease Quelle: Ann Am Thorac Soc 2023;20(12):1709–1717. doi: 10.1513/AnnalsATS.202304-288OC