Sozialpädiatrie: Ohne Impfpflicht kein gesundes Aufwachsen15. Dezember 2021 Foto: ©2020 by marog-pixcells -stock.adobe.com Die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin unterstützt die Forderung nach einer allgemeinen Impfpflicht, um die familiären und gesellschaftlichen Folgen der Pandemie für Kinder und Jugendliche abzuschwächen. Mehr als zwei Drittel der Kinder und Jugendlichen zeigten durch die Pandemie deutliche Belastungssymptome, und für Kinder und Jugendliche mit chronischen Erkrankungen, Kinder und Jugendliche nach Vernachlässigung und solche, die in prekären Verhältnissen leben, verschlechterten sich die die ohnehin schon beeinträchtigten Lebensumstände in teils dramatischer Art und Weise, erklärte die Deutsche Gesellschaft für Sozialpädiatrie und Jugendmedizin (DGSPJ). Den Schlüssel zur Pandemiebeendigung sieht die Fachgesellschaft in der Impfung und erklärt daher: “Wir haben als Gesellschaft die Pflicht, für einen umfassenden Impfschutz aller Erwachsenen Sorge zu tragen. Dass Kinder und Jugendliche und deren Eltern den Belastungen der vermeidbaren vierten Welle der Pandemie nun erneut ausgesetzt werden, kann nur als Tragödie bezeichnet werdet. Das Versäumnis, dass nicht bereits im Sommer diesen Jahres Maßnahmen ergriffen wurden, die zu einer höheren Impfquote hätten führen können, lassen sich nicht auf einzelne gesundheitspolitische Fehlentscheidungen reduzieren. Vielmehr werfen sie die Frage auf, welcher Stellenwert den von der Pandemie besonders betroffenen Bevölkerungsgruppen in unserer Gesellschaft zugemessen wird, welche Achtsamkeit Kinder, Jugendliche und Eltern erfahren und wie stark der Solidaritätssinn in unserer Gesellschaft ausgeprägt ist. Dass besonders vulnerable Bevölkerungsgruppen auf Grund dieser Versäumnisse erneut in diesem Ausmaß den Pandemiebelastungen ausgesetzt werden, muss als Fehlleistung unserer Gesellschaft als Ganzes verstanden werden.” Eine allgemeine, gesetzlich verankerte Impfpflicht für Erwachsene biete nach Ansicht der DGSPJ die Chance einer Korrektur. Diese Pflicht beinhalte die Verpflichtung für das Gesundheitswesen und alle gesellschaftlich relevanten Strukturen, das Impfen überall offensiv anzubieten und proaktiv zu bewerben. “Sie ist das klare Bekenntnis zur Achtsamkeit und der Solidarität mit Menschen, die den Pandemiefolgen in besonderer Art und Weise ausgesetzt sind. Sie ist das Bekenntnis einer Gesellschaft zu einem Wertesystem, das Kinder, Jugendliche und deren Eltern wieder in den Fokus nimmt und der besonderen Schutzbedürftigkeit von chronisch Kranken gerecht wird”, erklärte die Fachgesellschaft.
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