SPECTARIS kritisiert neue US-Strafzölle auf chinesische Hightech-Exporte

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Der deutsche Industrieverband für Optik, Photonik, Analysen- und Medizintechnik, SPECTARIS, äußert massive Kritik an den von der US-Regierung verhängten erhöhten Einfuhrzöllen auf chinesische Produkte, die in die USA importiert werden.

Diese verhängten Strafzölle betreffen insbesondere Elektroautos, Solarzellen, Halbleiter und medizinische Artikel wie Kanülen und Schutzmasken. Die US-Regierung rechtfertigt die Zölle mit der Notwendigkeit, unfaire Handelspraktiken Chinas zu bekämpfen und eine Übermacht chinesischer Exporte zu verhindern.

„Die neuen Zölle von bis zu 100 Prozent auf Hightech-Produkte werden nicht nur den internationalen Handel erheblich beeinträchtigen, sondern auch negative Auswirkungen auf deutsche und europäische Unternehmen haben, die in diesen globalen Märkten tätig sind“, sagt Jörg Mayer, Geschäftsführer von SPECTARIS. „Die Maßnahmen könnten zu einer Destabilisierung der internationalen Handelsbeziehungen und zu einer weiteren Verschiebung der chinesischen Überkapazitäten auch in Richtung Europa und damit zu einem verschärften Wettbewerb führen.“ Die in China bestehenden Überkapazitäten sind ohnehin schon ein großer Risikofaktor, der auch im jüngsten Business Survey der European Union Chamber of Commerce in China (EUCCC) als eine wachsende Herausforderung gewertet wird. Durch die aktuellen Maßnahmen könnten die Auswirkungen auf den Welthandel noch drastischer ausfallen als ohnehin schon befürchtet.

Der Verband fordert die deutsche und europäische Politik auf, sich aktiv gegen diese Handelshemmnisse zu stellen und den internationalen Dialog zu fördern, gleichzeitig aber auf fairen Wettbewerb zu setzen. Die politisch motivierte Subventionspolitik in Chinas Hightech-Sektoren zeigt bereits heute massive Auswirkungen auch auf die Medizintechnikindustrie. Zudem führt sie zu einem Preiskampf in China, der stärker auch auf Drittmärkte übergeht.

SPECTARIS warnt davor, dass sich eine ähnliche Entwicklung wie in den USA in den 2000er-Jahren in Europa wiederholen könnte. Damals gingen viele US-Firmen in Konkurs, als eine Welle kostengünstiger chinesischer Importe in die USA schwappte – begünstigt durch Chinas Aufnahme in die Welthandelsorganisation (WTO). Diese Insolvenzwelle führte zum Verlust von Millionen Arbeitsplätzen und hatte langanhaltende Auswirkungen. Eine Insolvenzwelle wie in den USA in den 2000-er Jahren, gilt es in Europa zu verhindern. Dass Strafzölle dagegen jedoch wenig ausrichten können, hat sich in der Vergangenheit bereits gezeigt.

„Unsere Mitglieder brauchen eine stabile und faire Handelsumgebung, um weiterhin innovativ und wettbewerbsfähig zu bleiben. Wir fordern die Bundesregierung und die Europäische Union auf, sich in den internationalen Gremien für den freien Handel stark zu machen, gleichzeitig aber die Souveränität und Resilienz der europäischen Hersteller zu schützen. Anstatt protektionistische Maßnahmen zu ergreifen, sollten die USA und China im Dialog nach fairen und nachhaltigen Lösungen suchen, da so erneut ein Handelskrieg in Gang gesetzt werden könnte, der auf lange Sicht beiden Ländern schadet“, erklärt Mayer abschließend.