Speiseröhrenkrebs: Heißer Tee erhöht Erkrankungsrisiko6. August 2019 Foto: ©olegkoval / Adobe Stock Das Trinken von heißem Tee kann, so die Ergebnisse einer aktuellen Studie iranischer Onkologen, die Entstehung von Speiseröhrenkrebs fördern. Wer regelmäßig mehr als 0,7 Liter Tee pro Tag mit einer Temperatur von mindestens 60 Grad trinkt, hat ein deutlich erhöhtes Risiko, an einem Tumor in der Speiseröhre zu erkranken. Für ihre Untersuchung erhoben Forscher zwischen 2004 und 2017 Informationen von mehr als 50.045 Frauen und Männern (40 – 75 Jahre). Der durchschnittliche Beobachtungszeitraum eines jeden Probanden betrug 10 Jahre. Mitarbeiter besuchten außerdem die Studienteilnehmer in ihren Wohnungen, um die bevorzugte Trinktemperatur des Tees zu ermitteln. Als die Temperatur des Tees auf 75 Grad Celsius gesunken war, wurden die Teilnehmer zum ersten Mal gebeten, zu nippen. War der Tee noch zu heiß, starteten Forscher bei 70, 65 und 60 Grad jeweils weitere Versuche, bis das Getränk die bevorzugte Trinktemperatur erreicht hatte. In früheren Studien hatten Teilnehmer selbst berichtet, wie heiß ihr Tee üblicherweise ist, wenn sie ihn trinken – ein vergleichsweise fehleranfälliges Verfahren. Im Laufe der Untersuchung erkrankten 317 der 50.000 Teilnehmer an einem Plattenepithelkarzinom, einer der beiden häufigsten Formen von Speiseröhrenkrebs. Nach dem Herausrechnen möglicher anderer Einflussfaktoren wie Rauchen oder Alkoholkonsum ergaben sich statistisch eindeutige Zusammenhänge zwischen der Temperatur des Tees und dem Krebsrisiko, berichten die Forscher. Zu dem Ergebnis passt, dass das Krebsrisiko umso größer war, je weniger Zeit zwischen dem Einschenken und dem Trinken lag, berichten die Forscher um Farhad Islami von der Tehran University of Medical Sciences in Teheran (Iran). Verglichen mit den Teilnehmern, die weniger als 0,7 Liter Tee pro Tag mit einer Temperatur von weniger als 60 Grad getrunken hatten, stieg das Krebsrisiko für diejenigen, die mehr Tee bei einer höheren Temperatur konsumierten, um etwa 90 %.Die Forscher gehen davon aus, dass die heiße Flüssigkeit Verletzungen verursacht, die Entzündungsprozesse in Gang setzen könnten. Diese wiederum könnten das Erbgut verändern oder die Bildung krebserregender Substanzen vorantreiben. (am)
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