Spektroskopische Flüssigbiopsie zur Früherkennung mehrerer Krebsarten22. Januar 2024 Bild: © Innovative Creation – stock.adobe.com Ein neuer spektroskopischer Bluttest kann Krebserkrankungen im Frühstadium effektiv erkennen und je nach den Anforderungen verschiedener Gesundheitssysteme und Krebsdiagnosepfade so optimiert werden, dass entweder die Sensitivität oder die Spezifität maximiert wird. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler um Erstautor James M. Cameron von der Firma Dxcover Ltd. in Glasgow, Großbritannien, im „British Journal of Cancer“. Diese kostengünstige Strategie könnte Diagnosen in einem früheren Stadium erleichtern, in dem die Krebsbehandlung wirksamer oder weniger toxisch ausfallen kann. Das Team setzte in seiner groß angelegten Entdeckungsstudie mit 2092 Patienten die Dxcover® Cancer Liquid Biopsy ein, um auf 8 verschiedene Krebsarten hin zu untersuchen. Der Test nutzt die Fourier-Transformations-Infrarotspektroskopie (FTIR) und Algorithmen für maschinelles Lernen, um Krebs zu erkennen. Die Werte der Fläche unter der Receiver Operating Characteristic Curve (ROC) wurden für 8 Krebsarten im Vergleich zu symptomatischen Kontrollen ohne Krebs berechnet: Gehirn (0,90), Brust (0,76), Darm (0,91), Niere (0,91), Lunge (0,91), Eierstock (0,86), Bauchspeicheldrüse (0,84) und Prostata (0,86). Zudem bewerteten die Autoren die Leistungsfähigkeit des Tests, als alle 8 Krebsarten zusammengefasst wurden, um „jeglichen Krebs“ im Vergleich zu Patienten ohne Krebs zu klassifizieren. Bei der Klassifizierung von Krebs vs. „kein Krebs“ und asymptomatisch wurden 64% der Krebserkrankungen im Stadium I erkannt, wenn die Spezifität 99% betrug (Gesamtsensitivität 57%). Wurde das Modell „getunt“, um eine höhere Sensitivität zu erreichen, identifizierte es 99% der Krebserkrankungen im Stadium I (mit einer Spezifität von 59%). Aktuelle Flüssigbiopsien konzentrierten sich hauptsächlich auf einzelne, aus Tumoren stammende Biomarker, was die Testempfindlichkeit einschränke, insbesondere bei Krebserkrankungen im Frühstadium, die nicht genügend genetisches Material abgeben, führen Cameron et al. aus. Diese Pan-Omic-Flüssigbiopsie analysiere das gesamte Spektrum an Tumor- und Immunmarkern, die in Blutderivaten vorhanden sind, und könnte die frühere Erkennung mehrerer Krebsarten erleichtern. Die Hürde für die Integration dieses Bluttests in bestehende Diagnoseverfahren stufen die Autoren als gering ein, da die Technologie schnell und einfach anzuwenden ist, nur geringe Probenmengen erforderlich sind und die Probenvorbereitung minimal ist. Darüber hinaus könne die in dieser Studie beschriebene spektroskopische Flüssigbiopsie möglicherweise mit anderen orthogonalen Tests wie zellfreier DNA kombiniert werden, was einen effizienten Pfad zur Diagnose bieten könnte. (sf)
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