Spelmeyer als KVWL-Chef wiedergewählt

Dirk Spelmeyer und Ulrich Oeverhaus (v.l.) nach der Wahl bei der Vertreterversammlung der KVWL. Foto: KVWL

Dr. Dirk Spelmeyer ist auf der ersten Vertreterversammlung (VV) der Kassenärztlichen Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) im neuen Jahr mit klarer Mehrheit für weitere fünf Jahre in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender wiedergewählt worden.

VV-Vorsitzender Dr. Ulrich Oeverhaus gratulierte: „Für die niedergelassenen Vertragsärzte und Psychotherapeuten in Westfalen-Lippe ist es gut und richtig, dass mit Dirk Spelmeyer erneut eine beständige und innovative Stimme der ärztlichen Selbstverwaltung zum Vorstandsvorsitzenden der KVWL gewählt worden ist. Er kann seine bisherige erfolgreiche Arbeit nun im Sinne unserer Mitglieder fortsetzen.“

Langjährige Erfahrung in der Berufspolitik

Spelmeyer war froh über das gute Ergebnis der Wahl: „Ich bedanke mich für das große Vertrauen und freue mich darauf, gemeinsam mit meiner Vorstandskollegin Anke Richter-Scheer den eingeschlagenen Weg fortführen zu dürfen. Berufspolitik ist für mich Herausforderung und Ansporn zugleich“, so der 65-Jährige. Aus Sicht des im Amt bestätigten KVWL-Chefs bedarf es nun strategischer und innovativer Maßnahmen, um die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung in Westfalen-Lippe auch in Zukunft gewährleisten zu können.

Der Urologe aus Dülmen blickt bereits auf ein langjähriges berufspolitisches Engagement zurück: Neben der ärztlichen Tätigkeit bis 2022 in seiner urologischen Praxis war er unter anderem im Berufsverband der Urologen auf Landesebene aktiv sowie langjähriges Mitglied der KVWL-Vertreterversammlung und des Hauptausschusses. Auch in der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) und im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) trug und trägt Spelmeyer in verschiedenen Ausschüssen Verantwortung in der ärztlichen Selbstverwaltung.

Freiberuflichkeit stärken

Spelmeyer machte klar: „Die Freiberuflichkeit der mehr als 16.000 Ärztinnen und Ärzte sowie Psychotherapeutinnen und -therapeuten in Westfalen-Lippe wird auch weiterhin das Rückgrat der ambulanten Versorgung bleiben. Die ambulante vertragsärztliche Versorgung und ihre Selbstverwaltung werden gleichzeitig immer stärker durch umständliche politische Vorgaben und bürokratische Eingriffe negativ beeinflusst. Gerade deshalb gilt es, Freiberuflichkeit und Selbstverwaltung zu erhalten, zu fördern, zu vereinfachen und zu stärken.“ Er betonte, er werde auch künftig seine Energie, Kompetenz und Motivation einsetzen, um konstruktive Lösungen im Sinne der Niedergelassenen in Westfalen-Lippe zu entwickeln. „Dabei ist es wichtig, dass wir als KVWL-Vorstand weiterhin mit unseren Mitgliedern in den Regionen im Gespräch bleiben, um von ihren Problemen im Praxisalltag, aber auch von ihren Wünschen und Ideen zu erfahren. Nur dann können wir im KVWL-Vorstand auch gute Lösungen erarbeiten.“

Kooperationen weiter ausbauen

Nach Ansicht des alten und neuen KVWL-Chefs braucht es Einigkeit, Mut und Innovationskraft, um die bevorstehenden Aufgaben bewältigen zu können: „Die demografische Entwicklung wird in den kommenden Jahren zu doppelten Problemen führen: Eine ältere, multimorbide Gesellschaft trifft auf eine drohende Ruhestandswelle bei Ärztinnen und Ärzten. Daher wird die Gewinnung des ärztlichen Nachwuchses ein zentrales Thema sein. Wenn Praxen erhalten werden sollen, müssen Niederlassung, Anstellung und Kooperation einfach, unkompliziert und attraktiv bleiben. Hierzu braucht es praxistaugliche Lösungen und keine bürokratischen Hemmnisse.“ An dieser Stelle habe sich die enge Zusammenarbeit der KVWL mit Städten, Kreisen und Kommunen in den vergangenen Jahren sehr bewährt, sagte Spelmeyer. „So sind regionale Innovationen und Versorgungsprojekte gemeinsam umgesetzt worden, um vor allem für Haus- und Kinderärzte den Weg in die Niederlassung so niedrigschwellig wie möglich zu gestalten. Die Zusammenarbeit mit den Kommunen in Westfalen-Lippe wollen wir daher weiter intensivieren und ausbauen.“ 

(ms)