Spendenaktion: TiHo-Forschende entwickeln Blutgruppensystem für asiatische Elefanten10. Juli 2025 Foto: © TiHo Welche Blutgruppen es bei Asiatischen Elefanten gibt, ist bisher unbekannt und erschwert gegebenenfalls notwendige Bluttransfusionen. Sie sind besonders zur Behandlung von Herpesvirus-Infektionen wichtig, wie die Tierärztliche Hochschule Hannover mitteilt. Asiatische Elefanten sind vom Aussterben bedroht. Es existieren geschätzt weniger als 50.000 dieser Tiere. Eine große Gefahr ist das sogenannte Elephant Endotheliotropic Herpesvirus (EEHV), das vor allem Jungtiere im Alter von vier bis fünfeinhalb Jahren trifft. Oft ist eine schnelle Bluttransfusion die einzige lebensrettende Maßnahme. Da das Blutgruppensystem der Asiatischen Elefanten bisher unbekannt ist, birgt jede Transfusion die Gefahr, dass das Blut nicht kompatibel ist und die Transfusion zu Komplikationen bis hin zum Tod führt.Prof. Marion Schmicke und Doktorandin Vanessa Klabouch aus der Klinik für Rinder der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) möchten das ändern und untersuchen gemeinsam mit Kolleginnen der Mahanakorn University of Technology und der Kasetsart University in Thailand, die Blutgruppen der Tiere. Außerdem entwickeln sie die dafür erforderlichen Untersuchungsmethoden. „Ohne Kenntnis der Blutgruppen kann die eigentlich richtige Hilfe tödlich enden”, sagt Schmicke. „Mit unserer Forschung möchten wir eine wissenschaftlich fundierte Grundlage für Labortests schaffen, um die Behandlungsmöglichkeiten für Asiatische Elefanten zu verbessern.”„Ein Blutgruppensystem zu erforschen, ist ein komplexer, mehrstufiger Prozess, der immunologische, molekularbiologische und genetische Methoden kombiniert”, berichtet Klabouch. Ziel ist es, konstante, vererbbare Merkmale auf den roten Blutkörperchen zu identifizieren, die für das Immunsystem relevant sind. Die Immunabwehr ist für die Komplikationen verantwortlich: Sind die Blutgruppen von Spender- und Empfängertier nicht kompatibel, kann das Immunsystem des Empfängers Antikörper gegen die fremden roten Blutkörperchen bilden und eine Abwehrreaktion auslösen, die zu Blutverklumpungen führen kann. Anfang dieses Jahres analysierte das Team darum Blutproben von 46 Elefanten in Thailand sowie 14 Proben aus deutschen Zoos. Klabouch berichtet: „Wir führten zunächst sogenannte Crossmatch-Tests durch, bei denen wir Plasma oder Serum eines Tieres mit den roten Blutkörperchen eines anderen kombinierten und darauf prüften, ob es zu Verklumpungsreaktionen kommt. Als Nächstes wollen wir genetische Analysen durchführen, um das Erbgut der asiatischen Elefanten auf typische Merkmale von Blutgruppen zu untersuchen.“Seit April führt das Team die Studie mit Proben europäischer Zooelefanten fort. Dabei setzen die Forscherinnen serologische Methoden ein und arbeiten statt mit aus Tieren gewonnenen Antikörpern mit Lektinen als tierschutzkonforme Alternative. Lektine sind pflanzliche Proteine, die spezifisch an Zuckerstrukturen, den Antigenen, auf den roten Blutkörperchen binden können. Je nach Pflanze, aus der die Lektine gewonnen werden, binden sie an unterschiedliche Antigene, sodass es je nach Blutgruppe mit einigen Lektinen zu einer Verklumpungsreaktion kommt und bei anderen nicht. Auf Basis dieser Ergebnisse, können die Forscherinnen ein System erkennen. „Außerdem entwickeln wir Labormethoden, um echte immunologische Unverträglichkeiten von unspezifischen Verklumpungen unterscheiden zu können”, erklärt Schmicke. „Das ist für zuverlässige Verträglichkeitstestungen verschiedener Blutproben wichtig.” Herpes-Virus-Infektionen bei Elefanten Das Elephant Endotheliotropic Herpesvirus (EEHV) ist eine gefährliche Infektionskrankheit bei asiatischen Elefanten – insbesondere für Jungtiere. Das Virus kann – vermutlich ausgelöst durch Stressreaktionen, etwa beim Entwöhnen von der Muttermilch – plötzlich aktiv werden. Der Stress kann die Immunabwehr schwächen, sodass sich das Virus schnell im Körper der Tiere vermehren kann. EEHV befällt die Endothelzellen der Blutgefäße und verursacht dadurch generalisierte Blutungen sowie schwere Gerinnungsstörungen. Die Erkrankung führt zu Anämie und Thrombozytopenie und oft binnen weniger Tage zum Tod. Eine frühzeitige Diagnose ist schwierig und wirksame Therapien gibt es kaum. In akuten Fällen kann eine Bluttransfusion das Leben der jungen Tiere retten – vorausgesetzt, sie ist verträglich.Das Forschungsteam hat eine Spendenaktion für das Projekt eingerichtet: https://experiment.com/projects/elephant-blood-groups-the-key-to-saving-an-endan…
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