Spezialambulanzen könnten HPV-Impfquoten bei Erwachsenen erhöhen

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Spezialambulanzen außerhalb der Primärversorgung könnten dazu beitragen, mehr Erwachsene für eine HPV-Impfung zu erreichen. Ein Scoping-Review zeigt erste Hinweise auf steigende Impfquoten durch entsprechende Angebote.

Eine Übersichtsarbeit im Fachjournal „Vaccine“ spricht für die Einbeziehung ambulanter Spezialambulanzen, die bislang nicht routinemäßig HPV-Impfungen anbieten, um die HPV-Impfquoten bei Erwachsenen zu erhöhen. Dazu könnten etwa Ambulanzen, aber auch Facharztpraxen für Hals- Nasen-Ohren-Heilkunde, Geburtshilfe und Gynäkologie, Familienplanung sowie Suchterkrankungen gehören, so die Autoren.

Die Idee dahinter: Auch außerhalb der Primärversorgung kommen Ärztinnen und Ärzte mit Erwachsenen in Kontakt, für die eine HPV-Impfung infrage kommt. Hinzu kommt, dass einige Fachrichtungen Erkrankungen behandeln, die mit HPV in Zusammenhang stehen.

Zehn Studien mit unterschiedlichen Ausgangsimpfquoten

In einem Scoping-Review wurden zehn Studien aus den Jahren 2006 bis 2024 ausgewertet. Die einzelnen Studien umfassten zwischen 50 und 3709 Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Alter von 18 bis 45 Jahren, die in verschiedenen Spezialambulanzen behandelt wurden.

Die HPV-Impfquoten zu Studienbeginn unterschieden sich erheblich und lagen zwischen 5,2 Prozent und 47 Prozent. In fünf der zehn Studien wurden konkrete Maßnahmen zur Steigerung der Impfquote untersucht. Dazu gehörten die Beratung von Patientinnen, Schulungen für Apothekerinnen und Apotheker sowie Ärztinnen und Ärzte, kostenlose Impfangebote und postalische Erinnerungen.

Impfquoten stiegen nach Interventionen

Durch die untersuchten Interventionen stiegen die HPV-Impfquoten um 5,6 bis 16 Prozentpunkte. Nach Einschätzung der Autoren bieten Spezialambulanzen damit eine zusätzliche Möglichkeit, Erwachsene auf die HPV-Impfung anzusprechen und sie gegebenenfalls direkt anzubieten. Insbesondere Ärztinnen und Ärzte, die HPV-assoziierte Erkrankungen behandeln, seien gut geeignet, um mit ihren Patientinnen und Patienten eine gemeinsame Entscheidung über die Impfung zu treffen.

Ob sich entsprechende Impfangebote dauerhaft in Spezialambulanzen etablieren lassen, ist angesichts der bislang begrenzten Evidenz noch offen. Weitere Untersuchungen sollen daher klären, wie gut solche Angebote von Patientinnen angenommen werden, wie praktikabel ihre Umsetzung ist und in welchem Umfang sie die HPV-Impfquoten erhöhen. (nec)