Spezialist für das kindliche Immunsystem verstärkt die universitäre Kindermedizin in Leipzig19. Oktober 2022 Neu am UKL: Prof. Christian Klemann, Spezialist für Erkrankungen des Immunsystems bei Kindern. (Quelle: UKL/ Stefan Straube) Das Team der Kinderklinik am Universitätsklinikum Leipzig freut sich über hochspezialisierte Verstärkung: Prof. Christian Klemann leitet den neu geschaffenen Bereich der pädiatrischen Immunologie, Kinder-Rheumatologie und -Infektiologie am UKL. Der 40-Jährige wechselte von der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) nach Leipzig, um hier ein besonderes Angebot aufzubauen. Prof. Christian Klemann ist Kinderarzt mit vielen Spezialisierungen – Kinderpneumologe, Allergologe, Kinder-Rheumatologe und -Immunologe. Ein klinischer Experte für viele Aspekte des kindlichen Immunsystems und dessen Störungen also. In dieser Funktion hat er die Aufgabe übernommen, am Universitätsklinikum Leipzig einen Anlaufpunkt für Kinder und Jugendliche mit Immundefekten, rheumatischen Erkrankungen und seltenen Infektionen zu schaffen. „Damit entsteht in Leipzig ein in Ostdeutschland einzigartiges Netzwerk aus immunologischen Experten, das Prof. Klemann nun um die Expertise in der Kinderimmunologie ergänzt“, sagt Prof. Christoph Josten, Medizinischer Vorstand am UKL. „Wir freuen uns sehr, dass er die hervorragende Arbeit unserer Kinderklinik jetzt um wichtige Aspekte ergänzen kann.“ Mit seiner Spezialisierung legt Klemann den Fokus auf die seltenen Fälle: „Häufig resultieren Störungen der Immunabwehr bei Kindern aus Erkrankungen, die nur selten auftreten und damit nur schwer zu erkennen und zu behandeln sind“, so der Kinderarzt. Um so besser sei es, dass er am UKL im „Zentrum für seltene Erkrankungen“ Vertreter vieler für die korrekte Diagnose und Therapie erforderlicher Fächer direkt an seiner Seite hat. Alle bringen umfassende Erfahrung im Umgang mit Ausnahmefällen mit, genau wie Klemann. Bereits im Studium forschte er anderthalb Jahre am National Institute of Immunology in Tokio, später schlossen sich als eine Station seiner Ausbildung zweieinhalb Jahre am Centrum für Chronische Immundefizienz (CCI) in Freiburg an. Nach der Rückkehr an die MHH arbeitete er vorwiegend in der pädiatrischen Immundefektambulanz sowie der kinderrheumatologischen Ambulanz. Sein Forschungsschwerpunkt sind seltene Störungen mit ausbleibenden (Immundefekt), fehlgesteuerten (Immundysregulation) oder überschießenden (Hyperinflammation) Immunreaktionen. Das umfasst vor allem auch rheumatische Erkrankungen. „Anders als die meisten glauben, tritt Rheuma nicht nur bei älteren Menschen, sondern bereits auch bei kleinen Kindern auf“, erläutert Klemann. „Die Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen können sehr unterschiedlich verlaufen und zeigen sich teilweise nur in bestimmten Altersgruppen.“ Für die Betroffenen bedeutet das oft einen weiten Weg zur Diagnose bzw. bis die genaue Ursache ihrer Schmerzen gefunden und Hilfe geboten werden kann. Am UKL wird nun ein für diese Bedürfnisse spezialisiertes, multiprofessionelles Team aus Kinderrheumatologen, Immunologen und Ärzten anderer Fachrichtungen, Kinderkrankenschwestern, Physiotherapeuten, Psychologen, Sozialpädagogen und Ernährungsberatern aufgebaut, das sowohl Diagnostik und Behandlung als auch eine Langzeitbetreuung anbieten kann. Darüber hinaus wird der sechsfache Vater in der Kinderklinik in der Liebigstraße in Teilen die Nachfolge des Infektiologen und langjährigen Leiters der Kinderpoliklinik Prof. Volker Schuster antreten, der im April 2021 in den Ruhestand gegangen ist. „Mein Ziel ist es, neben dem Aufbau der Spezialsprechstunde mich und mein Team auch in die stationäre Versorgung stark einzubringen“, so der Pädiater. Daran werden zusammen mit ihm drei weitere ärztliche Kolleginnen und Kollegen in dem neu geschaffenen Bereich mitarbeiten. Darüber hinaus setzt Klemann auf eine enge Zusammenarbeit mit vielen Fachbereichen des UKL: „Wir kooperieren mit allen anderen pädiatrischen Fächern, Internisten wie Rheumatologen und Infektiologen, Augenärzten, Dermatologen, Orthopäden, Psychologen, Kinderchirurgen, HNO-Ärzten, Kinderradiologen, aber auch Physiotherapeuten, Ernährungsberatern und Ergotherapeuten, sowie natürlich den Speziallaboren der Immunologie, Mikrobiologie, Virologie und dem Zentrallabor sowie der Humangenetik, um nur die häufigsten Partner zu nennen“, beschreibt der leidenschaftliche Kinderarzt das große Netz, das für seine Arbeit erforderlich ist. „Unsere Aufgabe ist es, alles zu tun, um den Kindern bestmöglich zu helfen, mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln“. Dazu gehört für Klemann übrigens auch, bei Bedarf zu unkonventionellen Methoden zu greifen: Wenn ein Kind beruhigt werden muss, zum Beispiel bei der Blutabnahme, singt er auch gern mal etwas vor. „Wir Pädiater haben ja Glück – wir gehen einfach super gern zur Arbeit, denn wir machen das, was wir tun, für Kinder, und was könnte es da schöneres geben als zu helfen?“, fasst er seine Motivation zusammen. „Ich freue mich, dass ich dabei jetzt Teil des Teams der Kinderklink am UKL sein kann, und ich wurde sehr herzlich empfangen.“
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