Starke Menstruationsblutungen wegen Uterusmyomen: Linzagolix hilft mit und ohne hormonelle Add-Back-Therapie9. Februar 2023 BRÜSSEL (Biermann) – Jacques Donnez von der Catholic University of Louvain (Belgien) und seine Kollegen führten 2 Phase-III-Studien zur Behandlung von symptomatischen Uterusmyomen durch. Sie verglichen die Wirksamkeit und Sicherheit von Linzagolix mit vollständiger (200 mg) und teilweiser (100 mg) Unterdrückung mit Placebo und ergänzten um eine hormonelle Add-Back-Therapie oder nicht. Beide Linzagolix-Dosierungen reduzierten mit oder ohne Add-Back-Therapie signifikant die starken Menstruationsblutungen. Die partielle Suppression mit Linzagolix könnte zudem bei Frauen, die keine begleitende hormonelle Add-back-Therapie durchführen können oder wollen, eine Option darstellen. PRIMROSE 1 und 2 waren randomisierte, parallele, doppelblinde, placebokontrollierte Phase-III-Studien, die über 52 Wochen in Kliniken in Europa und/oder den USA durchgeführt wurden und 511 bzw. 501 Frauen inkludierten. Die Teilnehmerinnen litten unter starken Menstruationsblutungen (Blutverlust >80 ml pro Zyklus) und wurden zufällig im Verhältnis 1:1:1:1:1 einer von 5 maskierten Behandlungen zugeteilt: Placebo, täglich 100 mg Linzagolix, täglich 100 mg Linzagolix plus 1-mal tägliche hormoneller Add-Back-Therapie (1 mg Östradiol und 0,5 mg Norethisteronacetat), täglich 200 mg Linzagolix oder täglich 200 mg Linzagolix plus 1-mal tägliche Add-Back-Therapie. Der primäre Endpunkt war ein Ansprechen (Blutverlust ≤80 ml und ≥50 % Reduktion gegenüber dem Ausgangswert) nach 24 Wochen bei Frauen, die ≥1 Behandlungsdosis erhielten und keine Ausschlusskriterien auf der Grundlage von Prädosierungsbewertungen erfüllten. In beiden Studien zeigten signifikant mehr Frauen mit Linzagolix (mit oder ohne Add-Back-Therapie) im Vergleich zu Placebo eine Verringerung der starken Menstruationsblutung (P≤0,003). In der PRIMROSE-1-Studie betrugen die Ansprechraten 56,4 % (95 %-KI 45,8–66,6) mit 100 mg Linzagolix, 66,4 % (95 %-KI 56,6–75,2) plus Add-back-Therapie, 71,4 % (95 %-KI 61,8–79,8) mit 200 mg Linzagolix und 75,5 % (95 %-KI 66,0–83,5) plus Add-back-Therapie und 35,0 % (95 %-KI 25,8–45,0) mit Placebo. In PRIMROSE-2 lagen die Ansprechraten dementsprechend bei 56,7 % (95 %-KI 46,3–66,7), 77,2 % (95 %-KI 67,8–85,0), 77,7 % (95 %-KI 68,4–85,3), 93,9 % (95 %-KI 87,1–97,7) und 29,4 % (95 %-KI 20,8–39,3). Die häufigsten unerwünschten Ereignisse waren bis zur 24. Woche Hitzewallungen (200 mg Linzagolix allein 35 % [PRIMROSE 1] bzw. 32 % [PRIMROSE 2] und 3–14 % in anderen Behandlungsgruppen). (sh) Autoren: Donnez J et al.Korrespondenz: Elizabeth Garner; [email protected]Studie: Linzagolix with and without hormonal add-back therapy for the treatment of symptomatic uterine fibroids: two randomised, placebo-controlled, phase 3 trialsQuelle: Lancet 2022;400(10356):896–907. Web: www.doi.org/10.1016/S0140-6736(22)01475-1