Starke psychische Gesundheit durch starke, vernetzte Versorgung

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Die DGPPN ruft anlässlich des 121. Deutschen Ärztetages den Gesetzgeber auf, geeignete Rahmenbedingungen für eine strukturierte, bedarfsgerechte und vernetzte Versorgung in der Psychiatrie und Psychotherapie zu schaffen.

Im Rahmen des 121. Deutschen Ärztetages und den Erörterungen zum Thema psychische Erkrankungen stellt die DGPPN konkrete Forderungen an die Politik zur Stärkung der ärztlich-psychotherapeutischen Versorgung. Lange Wartezeiten für einen Therapieplatz, zunehmende Arbeitsausfallzeiten, hohe Krankheitskosten und Frühberentung seien Alarmsignale, die der Politik den dringenden Handlungsbedarf bei der Verbesserung und Weiterentwicklung der psychiatrisch-psychotherapeutischen Versorgung aufzeigen, erklärte die Fachgesellschaft.

Mit 44 Milliarden Euro Gesundheitskosten sind psychische und psychosomatische Erkrankungen auch für die Volkswirtschaft von großer Bedeutung und sind zudem die häufigste Ursache für Erwerbsminderungsrenten. Die DGPPN nimmt deshalb den Gesetzgeber in die Pflicht, den gesetzlichen Rahmen für gestufte Versorgungsmodelle zu schaffen, die den besonderen Bedürfnissen der Betroffenen und dem Behandlungsbedarf Rechnung tragen. Dazu muss die sektoren- und settingübergreifende Zusammenarbeit aller Leistungserbringer in Zukunft im Versorgungsgsystem verankert und ihre Finanzierung mit allen notwendigen Ressourcen für eine adäquate Behandlung gewährleistet werden.

„Wir machen uns stark für eine breite fachärztliche Vernetzung und verbesserte multiprofessionelle Zusammenarbeit aller am Behandlungsprozess beteiligten Berufsgruppen und Sektoren. Im Sinne des Patientenwohls ist es an der Zeit, dass Präventionsangebote, klinische und ambulante medizinische Behandlungen, Rehabilitation und Gemeindepsychiatrie, aber auch Onlinetherapien und stationsäquivalente Leistungen so ineinandergreifen, dass wir Menschen mit psychischen Erkrankungen frühzeitig und angemessen behandeln und ihre Teilhabe in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens sichern können“, erklärte DGPPN-Präsident Prof. Arno Deister.

„Dies muss auch für die Politik oberstes Ziel sein“, so Deister. „Die Fragmentierung des Versorgungssystems und die Finanzierung der Leistungen über unterschiedliche Kostenträger, wie wir sie derzeit in Deutschland vorfinden, erschwert hingegen den Zugang zu therapeutischen Angeboten und führt nicht selten zu vermeidbaren Behandlungsabbrüchen. Hier haben wir es mit einem klaren Systemfehler zu tun. In der Psychiatrie geht es keineswegs um Fragmentierung, sondern um den ganzen Menschen. Alle somatischen, psychischen und gesellschaftlichen Komponenten einer Krankheit werden in Beziehung gesetzt. Dem muss der Gesetzgeber folgerichtig mit komplexen vernetzten Versorgungsangeboten – Hand-in-Hand – begegnen.“

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Quellen Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN)