Statine bei chronischer Virus-Hepatitis: Senkung des Risikos für Leberdekompensation und Tod

© roger ashford – fotolia.com

Patienten mit einer chronischen Virus-Hepatitis, die Statine einnehmen, besitzen laut einer aktuellen Unter­suchung im Vergleich zu Patienten ohne Statineinnahme ein reduziertes Risiko für eine Dekompensation der Leber und für Tod. Das hatte eine Propensity-Score-gewichtete Studie ergeben.
Statine könnten zwar den intrahepatischen Gefäßtonus modulieren, jedoch sei unklar, welche klinische Signifikanz dies habe, schreiben die Autoren der aktuellen Arbeit.

Um die Auswirkungen von Statinen auf das Risiko einer Leber­dekompensation und die Mortalitätswahrscheinlichkeit bei Patienten mit chronischer Virus-Hepatitis zu ermitteln, führten die Wissenschaftler eine bevölkerungsweite Kohortenstudie durch. Die Grundlage dafür bildete die Datenbank der Krankenhaus-Behörde von Hongkong. Zwischen 2000 und 2012 wurden 69.184 Patienten mit einer chronischen Virus-Hepatitis identifiziert: 2053 von ihnen nahmen Statine ein, die übrigen Patienten nicht. Dabei war der Einsatz von Statinen definiert als eine kumulative definierte Tagesdosis >28. Der primäre Endpunkt der Untersuchung setzte sich zusammen aus mit einer portalen Hypertonie in Verbindung stehende nDekompensierung.

Nach einer Propensity-Score-Gewichtung von 23 Baseline-Kovariaten stellte sich heraus, dass die Einnahme von Statinen im Vergleich zur Nichteinnahme mit einer signifikanten Reduktion kompositer Leberdekompensationen (Hazard Ratio [HR] 0,55; 95%-Konfidenz­intervall [KI] 0,36–0,83; p=0,005), Aszites (HR 0,57; 95 %-KI 0,36–0,92; p=0,02) und einer dosisabhängigen Abnahme der Mortalität (HR 0,87; 95 %-KI 0,76–0,99; p=0,035) assoziiert war.

Autoren: Wong JC et al.
Korrespondenz: Dr. G. L.-H. Wong, Institute of Digestive Disease, Prince of Wales Hospital, The Chinese University of Hong Kong, Shatin, Hongkong; [email protected]
Studie: Statins reduce the risk of liver decompensation and death in chronic viral hepatitis: a propensity score weighted landmark analysis
Quelle: Aliment Pharmacol Ther 2017;46(10):1001–1010.
Web: onlinelibrary.wiley.com