Stationäre Patienten: Management krankheitsbedingter Mangelernährung sollte Teil der Routine werden2. Mai 2022 © Yakobchuk Olena – stock.adobe.com (Symbolbild) Wenn Erwachsene mit krankheitsbedingter Mangelernährung ins Krankenhaus eingeliefert werden, kann dies mit erheblich erhöhter Morbidität, Behinderung, kurz- und langfristiger Sterblichkeit, beeinträchtigter Genesung und Pflegekosten einhergehen. Doch wie sehen die optimalen diagnostischen Kriterien aus, wie lässt sich Mangelernährung definieren und wie lassen sich Patienten identifizieren, die von einer Ernährungsintervention profitieren würden? Wie Prof. Philipp Schütz vom Kantonsspital Aarau, Schweiz, und seine Kollegen im „Lancet“ schreiben, ist Mangelernährung in den Mittelpunkt von Forschungsarbeiten gerückt, die darauf abzielen, das aktuelle Wissen über ihre Pathophysiologie in eine verbesserte Diagnose und Behandlung umzusetzen. Dabei seien Forscher besonders an der Entwicklung von Ernährungsinterventionen interessiert, die die negativen Auswirkungen krankheitsbedingter Unterernährung im Krankenhaus umkehren. Wie die Autoren weiter ausführen, haben hochwertige randomisierte Studien den Nachweis erbracht, dass eine Ernährungstherapie bei einigen Patienten die Morbidität und andere Komplikationen, die mit der Mangelernährung zusammenhängen, verringern kann. Fazit Das Screening von Patienten auf das Risiko einer Mangelernährung bei der Einweisung gefolgt von einer Ernährungsbewertung und individualisierten Ernährungsinterventionen für unterernährte Patienten sollte Teil der klinischen Routineversorgung und multimodalen Behandlung in Krankenhäusern weltweit werden, so ihr Fazit. (sf) Autoren: Schuetz P et al. Korrespondenz: Philipp Schuetz; [email protected] Studie: Management of disease-related malnutrition for patients being treated in hospital Quelle: Lancet 2021;398(10314):1927–1938. Web: https://doi.org/10.1016/S0140-6736(21)01451-3