Steigende Inzidenzraten beim kutanen Plattenepithelkarzinom

© Africa Studio – stock.adobe.com (Symbolbild)

Die Inzidenzraten des kutanen Plattenepithelkarzinoms (cSCC) in situ und das Risiko, nachfolgend ein invasives cSCC zu entwickeln, sind weitgehend unbekannt. Vorliegende Studie hatte zum Ziel, die Inzidenz von histopathologisch bestätigten cSCC in situ sowie das Risiko der Entwicklung eines invasiven cSCC bei Patienten mit cSCC in situ im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung abzuschätzen.

Die Kohortenstudie verwendete Krebsregisterdaten, um alle Patienten mit einem histopathologisch bestätigtern cSCC in situ zwischen dem Januar 1989 und Dezember 2017 zu identifizieren. Darüber hinaus wurden alle Patienten mit cSCC in situ bis Juni 2019 identifiziert, bei denen im weiteren Verlauf ein erstes invasives cSCC auftrat.

In die Studie wurden 88.754 Patienten mit einem ersten Auftreten eines cSCC in situ eingeschlossen; 58,8% der Patienten waren Frauen. Das mediane Alter betrug 75 Jahre (Interquartilsbereich [IQR] 67–82 Jahre) für Frauen und 73 Jahre (IQR 65–80 Jahre) für Männer.

Es wurden steigende Inzidenzraten beobachtet, wobei die höchsten Inzidenzraten für 2017 allgemein bei Frauen (71,7 Fälle pro 100.000 Personenjahre) und bei Männern ab 80 Jahren (540,9 Fälle pro 100.000 Personenjahre) zu verzeichnen waren. Die häufigste Lokalisation bei Frauen war das Gesicht (15,9 Fälle pro 100.000 Personenjahre), bei Männern die Kopfhaut und/oder die Halsregion (12,3 Fälle pro 100.000 Personenjahre).

Nach 5 Jahren Nachbeobachtung betrug bei Patienten mit cSCC in situ das kumulative Risiko, ein invasives cSCC an irgendeiner Lokalisation zu entwickeln, 11,7% (95%-Konfidenzintervall [KI] 11,6–11,9) bei Männern und 6,9% (95%-KI 6,8–7,0) bei Frauen. Das standardisierte Inzidenzverhältnis war im ersten Jahr der Nachbeobachtung sowohl bei Männern (16,6; 95%-KI 15,7–17,5) als auch bei Frauen (15,1; 95%-KI 14,2–16,1) am höchsten.

Fazit
Die steigenden Inzidenzraten von cSCC in situ und das hohe Risiko, ein invasives cSCC zu entwickeln, können die damit verbundene Belastung der Gesundheitsfürsorge erhöhen und es notwendig machen, Vorläuferläsionen von Hautkrebs bei der Erforschung neuer Strategien mit einzubeziehen. (am)

Autor: Tokez S et al.
Korrespondenz: Selin Tokez; Department of Dermatology, Erasmus Medical Center, Rotterdam, Niederlande
Studie: Assessment of Cutaneous Squamous Cell Carcinoma (cSCC) In Situ Incidence and the Risk of Developing Invasive cSCC in Patients with Prior cSCC In Situ vs the General Population in the Netherlands, 1989-2017
Quelle: JAMA Dermatol 2020;156(9):1–8.
Web: https://doi.org/10.1001/jamadermatol.2020.1988