Stents in Herzkranzgefäßen: Akute Entzündung verdreifacht Risiko für Thrombosen2. Februar 2024 Symbolbild: ©Crystal light/stock.adobe.com Eine kürzlich im „Journal of the American Heart Association“ publizierte Studie der MedUni Wien (Österreich) zeigt erstmals, dass eine akute Entzündung das Risiko für Stent-Thrombosen um das Dreifache erhöht. Im Rahmen der Studie analysierte das Team um Erstautor Konstantin Krychtiuk und Studienleiter Walter Speidl von der Klinischen Abteilung für Kardiologie der Universitätsklinik für Innere Medizin II der MedUni Wien Daten von 11.327 Patientinnen und Patienten, die innerhalb des vergangenen Jahrzehnts einen Stent erhalten hatten. Indiziert war diese Maßnahme aufgrund von atherosklerotischen Ablagerungen in den Herzkranzgefäßen, die zu Verengungen und damit zu Angina pectoris oder Herzinfarkt geführt hatten. Neben einer Bypass-Operation ist in solchen Fällen die Implantation von koronaren Stents im Rahmen einer Herzkatheter-Untersuchung die häufigste Behandlungsmethode. Trotz großer medizinischer Fortschritte kommt es dabei nach wie vor bei 0,8 bis zwei Prozent der Patientinnen und Patienten innerhalb von 30 Tagen zu potenziell lebensbedrohlichen Stent-Thrombosen, also einem akuten Verschluss des Implantats durch Blutgerinnsel. Das Risiko für diese Komplikation, so das wesentliche Ergebnis der Analyse, verdreifacht sich, wenn zum Zeitpunkt der Herzkatheter-Untersuchung eine akute Entzündung besteht. Diese war durch erhöhte Werte des Entzündungsmarkers C-reaktives Protein (CRP) und der Anzahl der weißen Blutkörperchen festgestellt worden. Blutuntersuchungen werden in Vorbereitung auf eine Herzkatheter-Untersuchung routinemäßig durchgeführt. Lungenentzündung besonders riskant Wie die wissenschaftlichen Untersuchungen im Detail zeigten, war die Rate an Stent-Thrombosen bei Patientinnen und Patienten mit niedrigen Entzündungswerten mit 0,6 bis 1,1 Prozent relativ gering. Lagen jedoch Werte des CRP von mehr als 50mg/l oder eine Leukozytenzahl größer als 12 g/l vor, so stieg die Rate fast um das Dreifache auf 2,1 bis 2,8 Prozent an. Insbesondere Lungenentzündungen und Blutvergiftungen waren häufig mit Stent-Thrombosen assoziiert. „Es ist deshalb wichtig, dass bei akuten Entzündungen nur dringend notwendige Stents implantiert werden, also etwa im Rahmen eines akuten Herzinfarkts. Ansonsten sollte der Eingriff verschoben werden, bis die Infektion abgeklungen ist“, fassen Krychtiuk und Speidl die Essenz der Ergebnisse zusammen. Multizentrische Studien sollen die Erkenntnisse im nächsten Schritt bestätigen, bevor klinische Leitlinien entsprechend angepasst werden.
Mehr erfahren zu: "Klingbeil rechnet mit schneller Einigung bei Zuckersteuer" Klingbeil rechnet mit schneller Einigung bei Zuckersteuer Nach dem unerwarteten Stopp der geplanten Zuckersteuer durch das Kanzleramt (wir berichteten) hält Bundesfinanzminister Lars Klingbeil an der Abgabe fest – und geht davon aus, dass diese auch kommen wird.
Mehr erfahren zu: "Wie lassen sich die Impfquoten in Deutschland steigern?" Wie lassen sich die Impfquoten in Deutschland steigern? Nach jahrzehntelangen Verbesserungen zeigten die Impfquoten bei Kinderimpfungen in vielen EU-Ländern zuletzt überwiegend stagnierende oder rückläufige Trends. Auch in Deutschland gibt es deutliche Impflücken – in allen Altersgruppen. Ein verbesserter […]
Mehr erfahren zu: "Kanzleramt stoppt vorerst Klingbeils Zuckersteuer" Kanzleramt stoppt vorerst Klingbeils Zuckersteuer Erst am Mittwoch hatte Vizekanzler Klingbeil seinen Entwurf an die Ministerien gegeben, nun tritt das Kanzleramt auf die Bremse. Die Zuckersteuer liegt erst einmal auf Eis.