Stichwort Digitalisierung: BfT spricht sich für eLeaflets für Tierarzneimittel aus9. Juli 2026 Aktuell und Nachhaltig: Die digitale Packungsbeilage kann einfach online abgerufen werden. Foto: BfT/ChatGPT Der Bundesverband für Tiergesundheit e. V. (BfT) spricht sich dafür aus, die Einführung elektronischer Packungsbeilagen für Tierarzneimittel gesetzlich zu ermöglichen, wie er in einer aktuellen Meldung mitteilt. Die EU-Tierarzneimittel-Verordnung sieht bereits vor, dass Mitgliedstaaten Packungsbeilagen für Tierarzneimittel auf Papier, elektronisch oder in beiden Formen zulassen können. Das deutsche Tierarzneimittelgesetz (TAMG) schreibe bislang jedoch weiterhin die Papierform vor, so der BfT. Daher spricht sich der BfT für eine zügige Öffnung des TAMG aus. Ziel sei eine praxistaugliche, sichere und bürokratiearme Lösung, die digitale Möglichkeiten nutzt und dauerhafte Doppelstrukturen vermeidet. eLeaflets erfreuen sich breiter Zustimmung „Die elektronische Packungsbeilage ist kein Zukunftsthema, sondern eine konkrete Möglichkeit, die jetzt umgesetzt werden kann. Nach unseren Gesprächen mit Behörden, Ministerien und weiteren Stakeholdern sehen wir dafür eine grundsätzlich positive Haltung. Entscheidend ist nun, diesen Rückenwind für eine pragmatische, rechtssichere und bürokratiearme Lösung zu nutzen“, erklärt Dr. Sabine Schüller, Geschäftsführerin des BfT. Elektronische Packungsbeilagen, sogenannte eLeaflets, können über QR-Codes auf der Verpackung einfach zugänglich gemacht werden. Sie ermöglichen es, Informationen effizienter zu aktualisieren und Tierärztinnen und Tierärzten sowie Tierhalterinnen und Tierhaltern in aktueller Form bereitzustellen. Damit leisten sie einen unmittelbaren Beitrag zur sicheren Anwendung von Tierarzneimitteln, zur Versorgungssicherheit und zum Tierschutz. Vorteile auf mehreren Ebenen Zugleich reduzieren eLeaflets unnötige Kosten, Ressourcenverbrauch und Verwaltungsaufwand. Papiergebundene Packungsbeilagen verursachen bei Änderungen Übersetzungs-, Druck-, Lager- und Logistikaufwand. Eine dauerhafte Pflicht zu parallelen Papier- und Digitalfassungen würde diese Belastungen nicht abbauen, sondern verstetigen. Deutschland sollte bei Digitalisierung die Nase vorne haben Der BfT schlägt deshalb eine kurze Einführungsphase vor: Für zwei Jahre sollte die Papierversion weiterhin verpflichtend bleiben, während die elektronische Packungsbeilage zusätzlich eingeführt werden kann. Danach sollte produktbezogene Wahlfreiheit gelten – elektronische Form oder Papierform, ohne verpflichtenden Parallelbetrieb. „Deutschland sollte bei der Digitalisierung und bei der Umsetzung europäischen Rechts vorangehen. Es geht nicht um eine neue Pflicht, sondern um eine zusätzliche, zeitgemäße Option für Tiergesundheitsunternehmen, Tierärztinnen und Tierärzte sowie Tierhaltende“, so Dr. Schüller. Elektronische Formate bieten zusätzliche Vorteile: Sie können heruntergeladen offline genutzt oder bei Bedarf ausgedruckt werden. Außerdem ermöglichen sie barriereärmere Anwendungen, etwa durch vergrößerbare Texte, Vorlesefunktionen oder perspektivisch mehrsprachige Angebote. Die Mobilfunkkarten der Bundesnetzagentur zeigen zudem eine flächendeckende digitale Grundversorgung. Tierärztliche Beratung und sichere Anwendung blieben gewährleistet Die Verantwortung für korrekte und aktuelle Packungsbeilagen liegt wie bisher beim Zulassungsinhaber des jeweiligen Produkts. Die Überwachung kann analog zu bestehenden Verfahren durch die zuständigen Behörden erfolgen. Dabei sollte Deutschland nicht auf eine spätere zentrale EU-Lösung warten, sondern die laufenden europäischen Arbeiten aktiv begleiten und zugleich nationale Handlungsspielräume nutzen. Besonders wichtig ist aus Sicht des BfT: Die elektronische Packungsbeilage ersetzt nicht die tierärztliche Beratung. Da Tierarzneimittel im Regelfall über die tierärztliche Praxis abgegeben werden, bleiben Beratung und sichere Anwendung gewährleistet. eLeaflets ergänzen diese Beratung durch aktuelle, leicht zugängliche und ressourcenschonende Informationen. Auch in puncto Nachhaltigkeit ein Zugewinn Für die technische Umsetzung sollte zunächst ein niedrigschwelliger Ansatz genügen: ein gut lesbares, druckfähiges PDF, abrufbar über QR-Code auf der Verpackung. Strukturierte Formate sollten EU-weit abgestimmt werden. Nationale Sonderwege würden den bürokratischen Aufwand dagegen unnötig erhöhen. „Was wir brauchen, ist eine einfache, verlässliche und europäisch anschlussfähige Regelung. Was wir nicht brauchen, sind lange Übergangsfristen, nationale Sonderformate oder eine dauerhafte doppelte Pflicht zu Papier und elektronischem Format. eLeaflets sind ein konkreter Beitrag zu Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Bürokratieabbau“, betont Dr. Schüller.
Mehr erfahren zu: "Prof. Siebert neue Direktorin des Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung" Prof. Siebert neue Direktorin des Leibniz-Institut für Zoo- und Wildtierforschung Am 1. Juli 2026 trat die Wildtierärztin Prof. Ursula Siebert ihr Amt als Direktorin des Leibniz-Instituts für Zoo- und Wildtierforschung (Leibniz-IZW) an. Zugleich wurde sie im Rahmen einer gemeinsamen Berufung […]
Mehr erfahren zu: "Haben Fledermäuse auch Frühlingsgefühle im Frühling?" Haben Fledermäuse auch Frühlingsgefühle im Frühling? Bei Fledermäusen galt lange als gesichert, dass die Paarung ausschließlich im Herbst stattfindet. Eine internationale Studie unter Federführung der Universität Greifswald liefert nun Hinweise darauf, dass diese Annahme möglicherweise nicht […]
Mehr erfahren zu: "Afrikanische Schweinepest zurück in der Uckermark" Afrikanische Schweinepest zurück in der Uckermark Nach mehr als einem Jahr gibt es wieder Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) im Landkreis Uckermark. Drohnen und Spürhunde sind im Einsatz.