Stiftung Auge: Mediterrane Ernährung kann AMD-Risiko senken13. Januar 2020 Foto: © weyo – stock.adobe.com Eine mediterrane Ernährung kann das Risiko für eine altersabhängige Makuladegeneration (AMD) senken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die im März in der US-Fachzeitschrift “Ophthalmology” erschienen ist. Aber auch die Risiken für andere Augenleiden können durch einen bewussten Lebensstil positiv beeinflusst werden. Wer viel Gemüse, Fisch, Olivenöl, aber nur wenig Fleisch, Milchprodukte oder Wein zu sich nimmt, erleidet der aktuellen Publikation zufolge seltener eine Verschlechterung des zentralen Sehens durch eine AMD. Weitere Studien zeigen, dass eine gesunde Ernährung auch dazu beitragen kann, Augenerkrankungen wie dem Grünen und dem Grauen Star vorzubeugen. In der erwähnten US-amerikanischen Studie haben Wissenschaftler jetzt untersucht, welche Auswirkungen die Art der Ernährung auf die Entwicklung einer AMD hat. Dabei werteten sie Daten zu den Essgewohnheiten und dem Gesundheitszustand der Augen von fast 5000 Patienten aus. Sie fanden heraus, dass Menschen, die regelmäßig viel Gemüse, Fisch und Olivenöl zu sich nahmen, seltener an AMD erkrankten als Menschen mit einem hohen Konsum an Fleisch, Milchprodukten und Alkohol. „Das persönliche Risiko, an einer AMD zu erkranken, hängt von vielen Faktoren ab, wie beispielsweise genetischer Veranlagung, Umwelteinflüssen oder dem Lebensstil. Auch die Ernährung spielt dabei eine Rolle,“ sagt Prof. Frank Holz, Vorsitzender der Stiftung Auge. Der Experte betont, dass sich um die Wirkung bestimmter Nahrungsmittel auf die Augen viele Mythen ranken. „Allgemein kann man durch den Konsum eines bestimmten Lebensmittels die Sehkraft der Augen nicht direkt beeinflussen. Eine ausgewogene, vitaminreiche Ernährung aus natürlichen Zutaten in Kombination mit regelmäßiger Bewegung hilft jedoch dabei, die Funktion der Augen intakt zu halten und gewissen Augenerkrankungen vorzubeugen“, so der Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn. Ein verbreiteter Mythos ist, dass Karotten gut für die Augen sind. „Direkt verbessern kann man seine Sehkraft mit Karotten nicht. Allerdings hilft der darin enthaltene Farbstoff Beta-Karotin, die normale Funktionsfähigkeit des Auges aufrechtzuerhalten“, sagt Holz. Der Körper wandelt Beta-Karotin in Vitamin A um, welches das menschliche Auge benötigt, um in den Stäbchen und Zapfen der Netzhaut Sehpigmente zu bilden. Ein Mangel an Vitamin A kann sich durch Sehprobleme bei Nacht äußern, kommt jedoch mit der in Industrieländern üblichen Ernährung nur extrem selten vor. Zwei weitere Karotinoide – Lutein und Zeaxanthin – sind für das Auge essenziell. Sie sorgen für die Färbung der Makula lutae mit dem Punkt des schärfsten Sehens. Damit schützen die beiden Stoffe diese wenige Quadratmillimeter große Stelle der Netzhaut vor Schäden durch Lichtstrahlen. Positive Effekte bei Glaukom und KataraktEine gesunde Ernährung kann auch anderen Augenerkrankungen vorbeugen. Der antioxidative Stoff Resveratrol etwa hat möglicherweise einen positiven Effekt bei einem Glaukom, da er die krankhaft beschleunigte Zellalterung am Sehnerv hemmt. Resveratrol kommt vor allem in den Schalen von Weintrauben, Himbeeren, Pflaumen sowie in Erdnüssen vor. Auch bei Katarakt spielt die Ernährung eine Rolle. „Mehrere Studien haben in den vergangenen Jahren Hinweise darauf geliefert, dass eine geringe Vitamin-C-Aufnahme das Risiko einer Trübung der Augenlinse erhöht“, sagt der Experte. Er empfiehlt, Nahrungsmittel mit einem hohen Vitamin-C-Gehalt in den Speiseplan einzubauen. Dieser Info-Kasten zeigt, wie hoch der Tagesbedarf an bestimmten Nährstoffen ist und welche Lebensmittel diese enthalten: Publikationen:1. Bénédictine MJ et al. Mediterranean Diet and Incidence of Advanced Age-Related Macular Degeneration. Ophthalmology 2019; 126:381–390.2. Ravindran RD et al. Genetic variants in a sodium-dependent vitamin C transporter gene and age-related cataract. British Journal of Ophthalmology 2019; 103:1223–1227.3. Yonova-Doing E. et al. Genetic and dietary factors influencing the progression of nuclear cataract, Ophthalmology 2016; 123:1237–1244.
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