Stimmstörungen und Lebensqualität: Lehrer besonders häufig betroffen22. Juli 2019 Foto: © Sylvain SONNET / Adobe Stock Ziel der vorliegenden Studie ist festzustellen, inwieweit sich die stimmbezogene Lebensqualität (Voice-Related Quality of Life, V-RQOL) und das Profil gemäß des Stimmfragebogens Voice Activity and Participation Profile (VAPP) bei Lehrern voneinander unterscheiden oder miteinander korrelieren. Dabei standen auch die Auswirkungen von Stimmstörungen im Fokus. An der kürzlich publizierten Studie nahmen 672 Lehrkräfte (218 Männer und 454 Frauen, Verhältnis 0,48:1) teil, deren Stimmbänder mittels Laryngostroboskop untersucht wurden. Die Ergebnisse aus den Fragebögen stammten sowohl aus dem V-RQOL als auch dem VAPP. Von den 672 Teilnehmern wiesen 322 Stimmstörungen auf, bei 350 Teilnehmern war dies nicht der Fall. Die am häufigsten auftretende Störung war Heiserkeit (n=250), die am häufigsten angegebene Beschwerde (n= 29) war ein Fremdkörpergefühl bei den Personen, die von einer Stimmstörung berichteten. Chronische Laryngitis (n=162, 50,3 %), Stimmbandpolypen (n=92, 28,6 %) sowie Stimmbandknötchen (n=43, 13,4 %) waren die bei Lehrern mit Stimmstörungen am häufigsten diagnostizierten getroffenen Diagnosen. Signifikante Unterschiede offenbarten sich zwischen den Lehrkräften mit bzw. ohne Stimmstörungen hinsichtlich der VAPP- sowie der V-RQOL-Werte. Auch zwischen Männern und Frauen traten hinsichtlich der Stimmstörungen erhebliche Unterschiede auf. Das Alter der unterrichteten Schüler spielte ebenfalls eine Rolle. Mittlere bis starke Korrelationen wurden zwischen den VAPP-Gesamtwerten und den Werten der Subskalen im VAPP beobachtet, ebenso zwischen dem VAPP-Gesamtwert und dem V-RQOL-Wert (p < 0,001). Lehrkräfte mit Stimmstörungen wiesen eine erheblich niedrigere stimmbezogene Lebensqualität auf als solche ohne Beschwerden; dies galt auch beim Vergleich von Lehrerinnen zu Lehrern. Verschiedene Arten von Stimmstörungen haben unterschiedliche Auswirkungen auf die stimmbezogene Lebensqualität von Lehrkräften, und Grundschullehrer und -lehrerinnen weisen eine sehr viel niedrigere stimmbezogene Lebensqualität auf als Hochschullehrer. Insgesamt wurde eine mittlere bis starke Übereinstimmung zwischen den Resultaten aus V-RQOL und VAPP verzeichnet. (am)
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