Strahlentherapie bei Prostatakrebs: Ein Boost kann helfen

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Eine aktuelle Studie zeigt, dass bei externer Strahlentherapie wegen lokalisiertem Prostatakrebs ein fokaler Strahlen-Boost auf intraprostatische Tumorherde von Vorteil sein kann: Es ergab sich ein nachhaltiger Nutzen beim biochemisch krankheitsfreien Überleben nach zehn Jahren.

In der randomisierten FLAME-Studie untersuchten Mediziner aus den Niederlanden und Belgien, ob ein fokaler Boost auf intraprostatische Tumorherde zusätzlich zur Standard-EBRT (external beam radiation therapy) das biochemisch krankheitsfreie Überleben (bDFS) bei Patienten mit Prostatakrebs intermediären und hohen Risikos verbessert. Die Patienten erhielten entweder die Standard-EBRT (77 Gy in 35 Fraktionen auf die gesamte Prostata) oder eine EBRT mit zusätzlichem fokalen Boost von bis zu 95 Gy auf die in der MRT sichtbaren Läsionen.

Nach 5 Jahren hatte sich in der Gruppe mit fokalem Boost eine signifikante Verbesserung des bDFS ohne zusätzliche Toxizität gezeigt. Nun berichten Guricová et al. über die Ergebnisse nach 10 Jahren Follow-up, inkl. bDFS, DFS, lokales DFS, DFS in Bezug auf die regionalen Lymphknoten, fernmetastasenfreies Überleben (DMFS) und Gesamtüberleben (OS). Ferner erstellten die Autoren Dosis-Wirkungs-Kurven anhand der Dosisheterogenität innerhalb der Studienarme.

Nach 10 Jahren betrug das bDFS 71% in der Standardgruppe vs. 86% in der Gruppe mit fokalem Boost. Eine signifikante Verbesserung zeigte sich auch bei den anderen Endpunkten, mit Ausnahme von DMFS und OS. Die Dosis-Wirkungs-Analyse ergab, dass eine höhere Strahlendosis mit einem geringeren Risiko für ein Versagen hinsichtlich Fernmetastasen assoziiert sein könnte.

(lj/ms)