Strahlentherapie bei Prostatakrebs mit intermediärem Risiko: Kombination mit kurzfristigem Androgenentzug bleibt individuelle Entscheidung14. November 2023 Grafik: sharafmaksumov – stock.adobe.com Verlängert eine kurzfristige Androgendeprivation (STAD) das Überleben von Männern mit Prostatakrebs mit intermediärem Risiko (IRPC), die mit dosiseskalierter Radiotherapie (RT) behandelt werden? Aktuelle Daten belegen nun, dass eine STAD die Raten des 5-Jahres-Gesamtüberleben (OS) in dieser Patientengruppe nicht verbesserte. Die Autoren um Erst- und Korrespondenzautor Daniel J. Krauss vom Corewell Health Beaumont University Hospital in Royal Oak (MI, USA) veröffentlichen im “Journal of Clinical Oncology” die Ergebnisse der Studie 0815 der NRG Oncology/Radiation Therapy Oncology Group. Im Rahmen der Studie waren 1492 Patienten mit einem Prostatakarzinom im Stadium T2b-T2c, einem Gleason-Score von 7 oder einem PSA-Wert >10 und ≤20 ng/ml für eine dosiseskalierte RT allein (Arm 1) oder mit STAD (Arm 2) randomisiert worden. Die STAD bestand aus einer 6-monatigen Therapie mit einem Agonisten/Antagonisten des Gonadotropin-Releasing-Hormons plus Antiandrogen. Als RT-Modalitäten kamen eine externe RT allein bis 79,2 Gy oder eine externe Bestrahlung (45 Gy) mit Brachytherapie-Boost infrage. Als primären Endpunkt hatten die Autoren das OS definiert, als sekundäre Endpunkte die Prostatakrebs-spezifische Mortalität (PCSM), die Mortalität aus anderen Gründen, Fernmetastasen, PSA-Versagen und die Rate der Salvage-Therapien. Während einer medianen Nachbeobachtung von 6,3 Jahren kam es zu 219 Todesfällen, 119 in Arm 1 und 100 in Arm 2. Die Schätzungen für das 5-Jahres-OS geben die Autoren mit 90% bzw. 91% an (HR 0,85; 95%-KI 0,65–1,11; p=0,22). Eine STAD führte zu weniger PSA-Versagen (HR 0,52; p<0,001), Fernmetastasen (HR 0,25; p<0,001), PCSM (HR 0,10; p=0,007) und Salvage-Therapien (HR 0,62; P=0,025). Hingegen gab es keinen signifikanten Unterschied bei den Todesfällen aus anderen Gründen (p=0,56). Akute unerwünschte Ereignisse von Grad ≥3 traten bei 2 der Patienten in Arm 1 und bei 12% in Arm 2 auf (p<0,001). Die kumulative Inzidenz später unerwünschter Ereignisse von Grad ≥3 betrug 14% in Arm 1 und 15% in Arm 2 (p=0,29). Die Autoren folgern, dass bei der Frage, ob eine STAD eingesetzt werden soll oder nicht, die Reduktion von Metastasierungsraten, Todesfällen durch Prostatakrebs und PSA-Versagen gegen das Risiko unerwünschter Ereignisse und die Auswirkungen von STAD auf die Lebensqualität abgewogen werden sollten. (sf/ms)
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