Strahlentherapie in Zeiten der COVID-19-Pandemie: Analyse internationaler Empfehlungen publiziert9. Juni 2020 Foto: © contrastwerkstatt/Adobe Stock Unter dem Eindruck der COVID-19-Pandemie sind die Gesundheitssysteme weltweit gefordert, die optimale Versorgung von Patienten mit Krebserkrankungen aufrechtzuerhalten. Neben der Operation und der medikamentösen Therapie ist die Strahlentherapie eine der Säulen der Tumorbehandlung. In einer nun in der Fachzeitschrift „Radiation Oncology“ erschienenen Arbeit hat Prof. Dirk Vordermark, Direktor der Universitätsklinik und Poliklinik für Strahlentherapie am Universitätsklinikum Halle (Saale), die Empfehlungen internationaler Expertengruppen zum Einsatz der Strahlentherapie innerhalb der Therapiekonzepte während der COVID-19-Pandemie analysiert. „Grundlage für die Publikation war eine Recherche der bis zum 27. April 2020 in der Datenbank Pubmed gelisteten Veröffentlichungen, die unter anderem aus den bisher stark von der COVID-19-Pandemie betroffenen Ländern wie Italien, Frankreich und den USA stammten“, erläutert Vordermark. Dabei habe sich gezeigt, dass für einige Tumorerkrankungen, darunter für Tumoren der Kopf-Hals-Region, Gebärmutterhalskrebs, Prostatakrebs, Lungenkrebs und Speiseröhrenkrebs, empfohlen werde, vorübergehend die Strahlentherapie gegenüber einer operativen Behandlung zu bevorzugen. Das sei allerdings je nach Situation der Patienten zu beurteilen und gelte, sofern die Operations- und Intensivstationskapazitäten aufgrund der Pandemie eingeschränkt seien. „Hintergrund dieser Empfehlungen ist die aus vielen Studien bekannte Tatsache, dass bei einigen Tumorerkrankungen die Operation und die Strahlentherapie ähnliche Erfolgsraten aufweisen. Beide haben aber auch Vor- und Nachteile, die mit den Patientinnen und Patienten besprochen werden, um die individuell beste Therapie zu finden“, so Vordermark. In Deutschland seien die Empfehlungen zur Therapiewahl in den Leitlinien der Deutschen Krebsgesellschaft formuliert und man habe auch während der COVID-Pandemie nicht davon abweichen müssen. Am Universitätsklinikum Halle (Saale) habe das Krukenberg Krebszentrum Halle (KKH) massive Anstrengungen unternommen, um Engpässe zu vermeiden, und so den hohen Behandlungsstandard gesichert.
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