Strategie Intensivmedizin 2030: DIVI stellt Fahrplan für das nächste Jahrzehnt auf

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Mit der DIVI-Strategie 2030 hat die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) den Fahrplan der Gesellschaft für die nächsten Jahre im Blick. Die Grundzüge des Fahrplans erklärt die Gesellschaft in einer aktuellen Mitteilung.

Erstmalig verständige man sich mit dem Großprojekt DIVI-Strategie 2030 in enger Zusammenarbeit mit den DIVI-Sektionen und in offenem Austausch mit den DIVI-Mitgliedern auf eine gemeinsame Vision und Mission der Fachgesellschaft für das kommende Jahrzehnt, heißt es von der Vereinigung. Konkrete Formate und Aktionen in den Bereichen Fort- und Weiterbildung, Ethik, Forschung, Qualitätsmanagement, Personal und Struktur sollen das Projekt mit Leben füllen, „wobei alle Bestandteile zeitlich fixiert und messbar gemacht werden“, wie die DIVI erläutert. Der neue strategische Auftritt soll sich langfristig auch positiv auf die Behandlungsqualität von Patienten in Deutschland, die Vernetzung der Regionen untereinander und die Arbeitsbedingungen von Personal in der Intensiv- und Notfallmedizin auswirken.

Mission und Vision bilden das Grundgerüst des Fahrplans

In mehreren Präsenz-Workshops hat das DIVI-Präsidium laut eigenen Angaben im vergangenen Jahr zunächst die Vision und Mission der DIVI-Strategie 2030 intensiv diskutiert und dann gemeinsam fixiert. Die Vision, das langfristige Fernziel als Orientierung, lautet demnach: „DIVI – Schrittmacher durch Innovation und Begeisterung“. Die daraus abgeleitete Mission, sozusagen der konkrete Weg zum Fernziel: „DIVI – Intensiv- und Notfallmedizin: Kompetent im Team, Tag und Nacht für den Menschen“.

In einem zweiten Schritt seien mit diesem Grundgerüst als Basis in mehreren virtuellen Treffen mit allen Sektionssprechern der DIVI sechs konkrete Kernthemen identifiziert worden. Drei besonders wichtige Aspekte für die Intensiv- und Notfallmedizin würden sich durch diese Kernthemen ziehen: Digitalisierung, Alleinstellungsmerkmale der DIVI und internationale Vernetzung.

Identifikation von sechs Kernthemen

Als ein besonders wichtiges Thema hat die DIVI „Fort- und Weiterbildung“ identifiziert. Die Leitung in diesem Bereich hat Prof. Felix Walcher, Präsident elect der DIVI, inne. Derzeit würden die Strukturen für eine inhaltliche interdisziplinäre und interprofessionelle Weiterentwicklung der DIVI-Akademie aufgebaut und Curricula festgelegt. Erste Kurse will die DIVI im Laufe des Jahres anbieten.

Das zweite Kernthema ist „Ethik“ unter der Leitung von Prof. Uwe Janssens, Past Präsident der DIVI. Besondere Priorität in diesem Themenfeld hat demnach die Organisationsethik, also das Schaffen von ethischen Strukturen in Einrichtungen der Intensiv- und Notfallmedizin.

PD Dr. Florian Hoffmann, Generalsekretär der DIVI, leitet die Entwicklung des Kernthemas „Forschung“. Um diese in den nächsten Jahren weiter zu stärken, seien beispielsweise eine DIVI-Research-Task-Force und eine Forschungsplattform (DIVI Research Net) in Planung.

„Qualität“ – so lautet das vierte Thema, bei dem Prof. Christian Waydhas, Schriftführer des DIVI-Präsidiums, die Verantwortung trägt. Dabei geht es um die Frage, wie Qualitätsmanagement in der Intensiv- und Notfallmedizin weiter verbessert werden kann, um die Qualität insgesamt noch weiter zu erhöhen.

Mit dem Kernthema fünf, „Personal“, sieht die DIVI einen weiteren wichtigen Punkt ihrer Roadmap für die Zukunft abgedeckt. Unter der Leitung von Dr. Teresa Deffner, Vertreterin der Gesundheitsfachberufe im DIVI-Präsidium, beschäftigt man sich hier unter anderem damit, wie bessere Arbeitsbedingungen geschaffen und finanziert werden können.

DIVI-Präsident Prof. Gernot Marx kümmert sich hauptverantwortlich um das sechste Kernthema, „Struktur“. Welche Strukturreformen sind in der Intensiv- und Notfallmedizin dringend nötig und wie kann die Politik dahingehend bewegt werden? – Antworten auf diese Fragen stehen hier u.a. auf der Agenda.

DIVI-Mitglieder zur Mitgestaltung des Strategieprozesses aufgerufen

Jedes dieser Kernthemen werde durch konkrete Detailprojekte und Aktionen mit Leben gefüllt, die jeweils in einen konkreten Zeitplan gegossen werden, heißt es von der DIVI. Fortan träfen sich in regelmäßigen Abständen die Verantwortlichen, um ihre Zwischenergebnisse zu präsentieren. Dies könne auch bedeuten, dass Ziele noch einmal geschärft oder modifiziert würden.

„Die DIVI-Strategie 2030 ist ein integrativer und lebendiger Prozess, der über viele Wege die große Vision erreichen will und kann. Alle DIVI-Mitglieder haben die Möglichkeit, diesen Prozess aktiv mitzugestalten – offenes Feedback zum eingeschlagenen Weg ist daher jederzeit ausdrücklich erwünscht!“, so der Aufruf der Vereinigung an ihre Mitglieder.