Stresslinderung bei chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen

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In einer randomisierten, kontrollierten Studie mit Patienten, die an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) litten, hat eine 8-wöchige Akzeptanz- und Commitment-Therapie (ACT) zu Linderung von Stress und anderen Parametern der psychischen Gesundheit geführt.

Ziel der ACT ist es, mittels Akzeptanz- und Achtsamkeitsstrategien sowie Verhaltensänderungen die psychologische Flexibilität zu erhöhen und Stress abzubauen. An der Studie nahmen 122 Patienten mit ruhender oder stabiler, in geringem Maße aktiver CED teil, die nach Randomisierung entweder ein 8-wöchiges ACT-Programm absolvierten oder die übliche Versorgung erhielten (Kontrollgruppe).

Klinische, demografische, krankheitsbezogene und psychologische Daten sowie Blut- und Stuhlproben wurden zu Studienbeginn und 8 Wochen sowie 3 Monate nach der Intervention (Woche 20) erhoben bzw. gesammelt. Zudem nahmen die Studienautoren Kopfhaarproben (zu Beginn und in Woche 20), um die Cortisolkonzentrationen zu messen. Primärer Endpunkt war die Veränderung der Stress-Symptome, bewertet mit der Depression Anxiety Stress Scale. Sekundäre Endpunkte waren Veränderungen der wahrgenommenen Belastung, Angstzustände, Depres­sionen, Bereiche der Lebensqualität, Krankheitsaktivität und Cortisolkonzentration im Haar.

Insgesamt gingen 79 Patienten in die Analyse ein. In der Behandlungsgruppe wurden 39% und 45% weniger Stress zwischen Studienbeginn und Woche 8 bzw. 20 festgestellt als in der Kontrollgruppe (Gruppe × Zeit Interaktion p=0,001). Die ACT war im Vergleich zu keiner speziellen Intervention mit einer geringeren wahrgenommenen Belastung (p=0,036) und verminderten Depression (p=0,010) assoziiert, jedoch nicht mit weniger Angst (p=0,388).

In der Intention-to-Treat-Analyse waren die Veränderungen in allen 4 Bereichen der Lebensqualität über die Zeit hinweg gesehen in der ACT- und der Kontrollgruppe ähnlich. In der Per-Protokoll-Analyse zeigte sich eine Verbesserung der Werte im Lebensqualitätsbereich des allgemeinen Wohlbefindens in der ACT-Gruppe im Vergleich mit der Kontrollgruppe (p=0,009). Die subjektiven und objektiven Messungen der Krankheitsaktivität waren im Unter­suchungszeitraum bei beiden Gruppen ähnlich (alle p-Werte >0,05).

Die Cortisolkonzentrationen im Haar der Probanden korrelierten zu Studienbeginn mit Stress (rs=0,205; p=0,050) und Angst (rs=0,208; p=0,046), änderten sich jedoch in der ACT-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe (p=0,831).

Fazit
In der randomisierten kontrollierten Studie mit Patienten mit CED verbesserte ein 8-wöchiger ACT-Therapiekurs den Stress und andere Indikatoren für die psychische Gesundheit. (ac)

Autoren: Wynne B et al.
Korrespondenz: Dr. Hugh Mulcahy, Department of Gastroenterology, St Vincent’s University Hospital/University College Dublin, Elm Park, Dublin D04 T6F4, Irland; [email protected]
Quelle: Gastroenterology 2019;156(4):935–945.e1.
Studie: Acceptance and Commitment Therapy Reduces Psychological Stress in Patients With Inflammatory Bowel Diseases
Web: https://doi.org/10.1053/j.gastro.2018.11.030