Studie: Darm-Medikament kann auch die Nierenfunktion unterstützen

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Eine aktuelle Studie der Tohoku University, Japan, hat erstmals gezeigt, dass der Wirkstoff Lubiproston den Rückgang der Nierenfunktion bei Patienten mit Chronischer Nierenkrankheit (CKD) verhindern kann.

„Wir haben festgestellt, dass Verstopfung ein häufiges Begleitsymptom von CKD ist, und beschlossen, diesen Zusammenhang genauer zu untersuchen“, erklärt Prof. Takaaki Abe von der Tohoku University, Japan. „Im Wesentlichen stört Verstopfung die Darmflora, was die Nierenfunktion verschlechtert. Rückwärts betrachtet, stellten wir die Hypothese auf, dass wir die Nierenfunktion durch die Behandlung von Verstopfung verbessern könnten.“

Die Forscher führten eine multizentrische klinische Phase-II-Studie (LUBI-CKD TRIAL) an neun japanischen medizinischen Einrichtungen durch, an der 150 Patienten mit mittelschwerer CKD teilnahmen. In dieser Studie wurden die Auswirkungen von Lubiproston auf die Nierenfunktion untersucht. Die Ergebnisse ihrer neuen Studie wurden in der Fachzeitschrift „Science Advances“ veröffentlicht.

Mitochondriale Dysfunktionsstörungen im Fokus

Die Ergebnisse zeigten, dass im Vergleich zur Placebogruppe der Rückgang der Nierenfunktion – definiert als geschätzte glomeruläre Filtrationsrate (eGFR) – bei Patienten, die mit 8 µg oder 16 µg Lubiproston behandelt wurden, dosisabhängig unterdrückt wurde. Die Wissenschaftler untersuchten auch den Mechanismus, der diesem Effekt zugrunde liegt. Sie fanden heraus, dass Lubiproston die Spermidin-Produktion erhöht, was die mitochondriale Funktion verbessert, indem es das Bakterienwachstum im Darm fördert. Die verbesserte mitochondriale Funktion übte nachweislich einen nierenschützenden Effekt aus und verhinderte weitere Nierenschäden.

Diese Entdeckung hat laut den Autoren das Potenzial, den herkömmlichen Ansatz zur Behandlung von CKD, der sich in erster Linie auf die Reduzierung urämischer Toxine konzentriert, erheblich zu verändern. Diese Ergebnisse legen eine neue Therapiestrategie nahe, bei der Abführmittel den Rückgang der Nierenfunktion hemmen. Diese Strategie dürfte zur Entwicklung von Behandlungen nicht nur für CKD, sondern auch für mitochondriale Dysfunktionsstörungen beitragen, betonen die Forscher abschließend.

Zukünftig plant das Forschungsteam, die Studienergebnisse an einer größeren Population zu validieren (klinische Phase-3-Studie) und die Erforschung von Biomarkern zur Vorhersage der Behandlungswirksamkeit voranzutreiben.

(ri/BIERMANN)