Studie: Digitale Versorgung von Lungenpatienten hat sich in der Pandemie bewährt4. April 2022 Foto: © Romolo Tavani/stock.adobe.com Der Schutz bestimmter Patientengruppen, für die eine SARS-CoV-2-Infektion besonders gefährlich gewesen wäre, stand zu Beginn der Pandemie im Vordergrund. Zu diesen Gruppen zählten Menschen mit bestimmten Lungenerkrankungen wie etwa Asthma bronchiale oder der Chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung (COPD). Bei solchen Erkrankungen sollte trotz Kontaktreduzierung eine fortlaufende Versorgung ermöglicht werden. Hierzu hat ein Team der Universitätsmedizin Essen ein Programm zur telemedizinischen Überwachung der Lungenfunktion per Smartphone-App und Bluetooth-Spirometer entwickelt. Die Ergebnisse: Patienten bewerteten das Programm positiv und berichteten mehrheitlich, ihre Lebensqualität habe sich dadurch verbessert. Auch auf ärztlicher Seite erfuhr das telemedizinische Programm große Zustimmung. An der Studie nahmen 745 Patienten teil, die an Asthma, Chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) oder anderen Lungenerkrankungen litten oder zuvor an COVID-19 erkrankt waren. Sie erhielten Spirometer, mit denen sie das Lungen- und Atemvolumen messen konnten. Eine App, die die Studienteilnehmenden auf ihren Smartphones installierten, übertrug die Messergebnisse sowie weitere freiwillig einzugebende Daten wie Gewicht, Medikamenteneinnahme oder ähnliches an die Studienzentren. Dort werteten Ärzte die Ergebnisse aus. „Die Studie wurde zu Beginn der SARS-CoV-2-Pandemie aufgesetzt, um besonders vulnerablen Gruppen mit Lungenerkrankungen eine fortgesetzte Versorgung mittels Telemonitoring zu ermöglichen“, erklärt Prof. Christoph Schöbel, Leiter des Instituts für Schlaf- und Telemedizin an der Universitätsmedizin Essen und Vorsitzender der DGIM-Arbeitsgruppe Telemedizin, der die Studie mitverfasst hat. Insgesamt bewerteten die teilnehmenden Patienten das Programm zu 99 Prozent als positiv, 70 Prozent berichteten zudem, ihre Lebensqualität habe sich durch die Teilnahme an dem Programm verbessert. Auch die an der Studie beteiligten Mediziner attestierten dem Programm einen hohen Nutzen. Positiv stach hervor, dass die Patienten deutlich mehr Spirometermessungen vornahmen, als in der Regelversorgung möglich gewesen wären. Durchschnittlich einmal im Monat übertrugen sie Messergebnisse über die App an die Studienzentren, wohingegen in der Regelversorgung – mit Messungen in der Praxis – meist nur eine Messung pro Quartal vorgenommen wird. „Dank der einfachen Datenübertragung per App lagen uns mehr Daten vor, die Aufschluss über die Lungenfunktion der Patientinnen und Patienten gaben. So können wir deutlich früher erkennen, wenn sich der Zustand eines Patienten verschlechtert und frühzeitig nötige Behandlungsschritte ergreifen“, sagt Schöbel.
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