Studie: Durch Biomarker wird die Bildung von Knochenmetastasen früher erkennbar14. Dezember 2018 PD Dr. Tilman Rachner. Foto: © Uniklinkum Dresden Knochen- und Krebsspezialisten aus Essen und Dresden haben im Rahmen einer Studie zwei Biomarker des Knochenstoffwechsels identifiziert, mit denen sich der Verlauf einer Brustkrebserkrankung über einen Zehnjahreszeitraum besser vorhersagen lässt. Das aus Medizinern des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden und des Universitätsklinikums Essen bestehende Team erhofft sich davon eine präzisere Risikoeinschätzung, aus der sich jeweils personalisierte Therapien mit dem Ziel ableiten lassen, das Fortschreiten der Krankheit hinauszuzögern. Die Ergebnisse ihrer Studie haben die Ärzte und Wissenschaftler in „Clinical Cancer Research“ veröffentlicht. Das Entstehen von Knochenmetastasen als schwerwiegende Spätkomplikation vieler Tumorerkrankungen lässt sich bisher nur schwer vorhersagen. Diesem Problem gingen Ärzte- und Forscher der Universitätsklinika Dresden und Essen in einer Studie nach, in die insgesamt 509 Patientinnen mit lokal begrenztem, noch nicht metastasierten Brustkrebs eingeschlossen wurden. Mit RANKL und OPG bestimmten die Forscher zum Zeitpunkt der Operation zwei Proteine im Blut. Diese beiden Biomarker sind aus dem Knochenstoffwechsel bekannt, wo sie die Knochen abbauenden Osteoklasten regulieren. Zudem wurden zeitgleich in das Knochenmark verstreute, disseminierte Tumorzellen (DTC) analysiert. Die Studie ergab, dass ein hoher RANKL-Spiegel vor allem bei Patientinnen mit nachgewiesenen DTC auftritt und ein fast fünffach erhöhtes Risiko für das spätere Auftreten von Knochenmetastasen anzeigt. „Einige wenige Tumorzellen im Knochenmark hinterlassen bereits deutliche Spuren bei diesen Biomarkern“, so Studienkoordinator PD Dr. Tilman Rachner vom Dresdner Uniklinikum. Mit RANKL und OPG lässt sich das Knocheninnere und somit die mögliche Ausbreitung von Metastasen besser einschätzen. Eine frühzeitige Analyse der beiden Biomarker und die Bestimmung von DTC kann die Vorhersage für das Auftreten von Knochenmetastasen bei Brustkrebspatientinnen verbessern, schreiben die Wissenschaftler in der Publikation zur Studie. Bevor aber diese Bluttests im klinischen Alltag eingesetzt werden, sind weitere Studien zur Validierung nötig. „Da wir mit Denosumab einen Antikörper gegen RANKL bereits als bewährtes Medikament gegen Osteoporose haben, ergibt sich daraus eine interessante Therapiemöglichkeit, vor allem bei einer Hoch-Risiko-Gruppe für Knochenmetastasen“, fügt Prof. Lorenz Hofbauer an. Er ist Sprecher des nationalen Schwerpunktprogramms µBONE der Deutschen Forschungsgemeinschaft, das seit 2018 Mechanismen der Knochenbesiedlung durch Tumoren erforscht, um daraus neue Ansätze zur Prävention und Therapie von Knochenmetastasen zu entwickeln. Publikation: Rachner TD et al. Prognostic value of RANKL/OPG serum levels and disseminated tumor cells in non-metastatic breast cancer. Clin Cancer Res. 2018 Nov 13. pii: clincanres.2482.2018. [Epub ahead of print] PubMed PMID: 30425091. dx.doi.org/10.1158/1078-0432.CCR-18-2482
Mehr erfahren zu: "Menopause hinterlässt molekularen Fingerabdruck mit möglichem Hinweis auf Demenzrisiko" Menopause hinterlässt molekularen Fingerabdruck mit möglichem Hinweis auf Demenzrisiko Eine neue US-amerikanische Studie zeigt, dass Veränderungen bestimmter Proteine während der Menopause mit einem erhöhten Demenzrisiko im späteren Leben assoziiert sind.
Mehr erfahren zu: "Pränatale Depressionen erhöhen das Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen" Pränatale Depressionen erhöhen das Risiko für neurologische Entwicklungsstörungen Kinder, deren Mütter vor der Geburt unter Depressionen leiden, zeigen häufiger bestimmte neurologische Entwicklungsstörungen – unabhängig davon, ob sie im Mutterleib Antidepressiva ausgesetzt waren. Dies geht aus einer Studie hervor, […]
Mehr erfahren zu: "Eine Gebärmuttertransplantation kann Frauen zu einer erfolgreichen Schwangerschaft verhelfen" Eine Gebärmuttertransplantation kann Frauen zu einer erfolgreichen Schwangerschaft verhelfen Eine US-amerikanische Übersichtsarbeit von 60 Gebärmuttertransplantationen zeigt hohe Raten an Schwangerschaften und Lebendgeburten. Gleichzeitig bleiben Frühgeburten und Schwangerschaftskomplikationen häufig.