Studie findet keine Hinweise auf Herzmuskelentzündung nach leichter COVID-19-Erkrankung bei Kindern2. November 2021 An der nun im “ESC Heart Failure” publizierten Studie waren u.a. die DHZB-Forschenden aus der Abteilung Kinderkardiologie Dr. Sarah Nordmeyer, Alireza Khasheei und Studienleiterin Dr. Franziska Seidel (v.l.) beteiligt. Foto: DHZB/Schüller Eine Infektion mit SARS-CoV-2 löst bei leicht symptomatischen Kindern ohne kardiale Vorerkrankungen keine Herzmuskelentzündung aus. Das ist das Ergebnis einer Berliner MRT-Studie mit 18 infizierten Kindern, die jetzt in der Fachzeitschrift „ESC Heart Failure“ erschien. Es gebe daher keinen Grund, diese Patientengruppe kinderkardiologisch zu untersuchen. Das Coronavirus SARS-CoV-2 kann das Herz angreifen und in einigen Fällen zu einer Herzmuskelentzündung führen. Ob auch Kinder davon betroffen sind, haben Berliner Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler um Dr. Franziska Seidel vom Deutschen Herzzentrum Berlin (DHZB) und des Instituts für kardiovaskuläre Computer-assistierte Medizin der Charité – Universitätsmedizin Berlin in einer Studie untersucht. Die Untersuchungsergebnisse deuten darauf hin, dass Kinder, die auch nach einer symptomatischen SARS-CoV-2-Infektion keine Herzbeschwerden hatten, keine Schädigung des Herzmuskels durch eine Entzündung oder Bindegewebeeinlagerungen entwickeln. Mithilfe der kardialen Magnetresonanztomographie (MRT) haben die Forschenden insgesamt 18 Kinder zwischen zehn und 15 Jahren untersucht, die sich zwischen November 2020 und Januar 2021 von einer milden COVID-19-Erkrankung erholten. Die infizierten Kinder litten den Forschenden zufolge an leichten COVID-19-Symptomen wie Müdigkeit, Fieber, Atemwegsbeschwerden, Geruchs- und Geschmacksverlust oder Durchfall. Die Arbeitsgruppe verglich die Daten mit den MRT-Auswertungen einer gesunden Kontrollgruppe (sieben Kinder im Alter von zehn bis 19 Jahren mit Fällen von Herzmuskelerkrankungen in der Familie, ohne selbst zu erkranken) und neun Myokarditis-Patientinnen und -Patienten zwischen vier und 16 Jahren aus dem Register für Kinder und Jugendliche mit Verdacht auf Myokarditis „MYKKE“. „Keiner der COVID-19-Patientinnen und -Patienten zeigte in der MRT-Untersuchung Anzeichen einer Myokarditis oder Einschränkungen der Herzfunktion. Die Befunde sind mit denen der gesunden Kontrollgruppe vergleichbar, unterscheiden sich jedoch deutlich von den Befunden der Myokarditis-Patientinnen und -Patienten“, fasst Studienleiterin Seidel die Ergebnisse zusammen. So litten knapp zwei Drittel der untersuchten Kinder und Jugendlichen mit Myokarditis neben einer eingeschränkten Herzfunktion und einer Vergrößerung der linken Herzkammer zum Beispiel unter einem Perikarderguss. Im Gegensatz dazu wiesen in der COVID-19-Kohorte nur drei Studienteilnehmende einen minimalen Perikarderguss auf. „Unsere Untersuchungen legen den Schluss nahe, dass eine Infektion mit SARS-CoV-2 bei Kindern mit mildem Krankheitsverlauf und ohne Herzbeschwerden keine Herzmuskelentzündungen auslöst. Diese Patientinnen und Patienten müssen daher auch nicht kinderkardiologisch untersucht werden, eine MRT-Untersuchung ist nicht erforderlich“, so die Studienärztin der Klinik für Angeborene Herzfehler – Kinderkardiologie des DHZB.
Mehr erfahren zu: "US-Studie: Herz-Medikament könnte Reparatur und Regeneration von Nierengewebe fördern" Weiterlesen nach Anmeldung US-Studie: Herz-Medikament könnte Reparatur und Regeneration von Nierengewebe fördern Ein Medikament, das ursprünglich dazu dienen sollte, die Selbstheilung von Herzgewebe nach einem Herzinfarkt zu unterstützen, könnte auch die Reparatur und Regeneration von Nierengewebe fördern. Das berichten US-Forscher in einem […]
Mehr erfahren zu: "Chronische Nierenkrankheit: Frauen mit Präeklampsie haben erhöhtes Risiko" Weiterlesen nach Anmeldung Chronische Nierenkrankheit: Frauen mit Präeklampsie haben erhöhtes Risiko Frauen, die während der Schwangerschaft eine Präeklampsie entwickeln, haben ein höheres Risiko, im späteren Leben Bluthochdruck und eine chronische Nierenerkrankung zu bekommen. Das zeigt eine neue Studie der Universität Aarhus […]
Mehr erfahren zu: "Potenzial agentischer KI für das Gesundheitssystem" Potenzial agentischer KI für das Gesundheitssystem Das Gesundheitssystem steht – nicht nur durch den demografischen Wandel – vor Herausforderungen. Wie agentische KI künftig helfen kann, diese zu bewältigen zeigt eine Publikation der Leopoldina auf.