Studie: Generation Z durch Corona in schlechter psychischer Verfassung14. Dezember 2021 Foto: ©K.- P. Adler – stock.adobe.com Mehr als die Hälfte der jungen Deutschen fühlt sich körperlich gesund. Ihre seelische Verfassung beurteilen hingegen nur 40 Prozent als gut. Dies sind Ergebnisse der Studie “Generation Z & Health” der pronova BKK, für die 1000 junge Menschen im Alter von 16 bis 29 Jahren befragt wurden. Die Corona-Krise hinterlässt auch langfristige Narben im Seelenleben der jungen Menschen. Bereits im Frühjahr 2021 hatten 55 Prozent der 16- bis 29-Jährigen in der Vorgängerstudie angegeben, seit Beginn der Pandemie häufiger traurig und depressiv zu sein. 56 Prozent fühlten sich häufig einsam. In der aktuellen Befragung vergaben die jungen Menschen für ihre seelische Verfassung nun lediglich 6,7 von zehn möglichen Punkten, nur 40 Prozent beurteilen ihre psychische Gesundheit als gut. Zehn Prozent bezeichneten ihren psychischen Zustand sogar als schlecht. Besonders junge Frauen und Mädchen fühlen sich seelisch unter Druck: 44 Prozent von ihnen geht es in der Corona-Krise schlechter als vor der Pandemie. Schon bei der ersten Befragung im Frühjahr gingen 80 Prozent davon aus, dass die Krise sie persönlich nachhaltig verändert hat. Was den jungen Menschen hilft, ist ihr vorbehaltloser Umgang mit dem Thema. 71 Prozent stellen fest, dass sie offener mit psychischen Herausforderungen umgehen als ihre Eltern oder Großeltern. “Rat suchen ist keine Schande – das haben sie gelernt”, sagt die auf den Gesundheitsmarkt spezialisierte Zukunftsforscherin Corinna Mühlhausen. “Als während der Pandemie viele Unternehmungen und Verabredungen wegfielen, haben die jungen Deutschen versucht, diese Lücke in ihrem Leben mit sozialen Medien zu füllen. Dort tauschen sich die 16- bis 29-Jährigen auch über psychische Probleme aus, reden ohne Vorurteile über dieses Thema.” Schon im Frühjahr hatten 54 Prozent der Generation Z angegeben, dass sie im Freundeskreis viel über ihre Sorgen im Zusammenhang mit Corona sprechen. Verwandte, Freundeskreis und Therapie helfen der Psyche Auch die Verwandten sind laut Studie wichtiger geworden. “Familien hat die schwierige Zeit zusammengeschweißt und das Vertrauen gestärkt”, bestätigt Mühlhausen. Somit sind Partnerin und Partner (38 %), Freundeskreis sowie Eltern (36 %) die ersten Ansprechpartner bei psychischen Problemen. Für immerhin elf Prozent der Abiturienten sind Foren und Ratgeberseiten im Internet Anlaufstellen bei seelischen Beschwerden. Doch auch der Gang zum Psychotherapeuten ist für sieben von zehn jungen Erwachsenen so selbstverständlich wie der Weg zum Hausarzt bei körperlichen Leiden. Einzig lange Wartezeiten auf den Psychotherapie-Termin sehen 77 Prozent aller Befragten und 88 Prozent der Akademiker als großes gesundheitliches Risiko. Ein ungutes Gefühl bleibt Vor den aktuell beschlossenen Einschränkungen freuten sich 43 Prozent besonders auf die Treffen mit Freundinnen und Freunden in größerer Runde und 39 Prozent auf Kino, Restaurant und Clubs. 42 Prozent der Befragten genießen gerade die Zeit mit dem Freundeskreis und sehen darin einen der wichtigsten positiven Einflussfaktoren auf ihre Gesundheit. “Die Freude ist häufig noch getrübt und wird oft von Ängsten überschattet”, sagt Mühlhausen. “Die jungen Menschen kämpfen mit einem unguten Gefühl in vielen Lebenslagen – bei Menschenansammlungen in Räumen, bei Treffen mit unterschiedlichen Personen, aber auch wenn sie sich zurückziehen und eben nicht überall wieder mitmachen.” Jeder Dritte hat in einem vollen Restaurant Beklemmungen. Gleich viele belastet die Unsicherheit über geltende Regelungen. 28 Prozent fürchten sich der Studie zufolge weiterhin vor der Ansteckung mit dem Corona-Virus.
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