Studie: Magen-Bypass zieht mehr Interventionen nach sich als Schlauchmagen15. Januar 2020 Studienautorin Dr. Anita Courcoulas (Foto: © UPMC) Patienten mit einem Magen-Bypass landen in den Jahren nach der Operation signifikant häufiger wieder im Krankenhaus als solche nach einer Schlauchmagen-Operation. Das hat eine Untersuchung an Zehntausenden von Personen ergeben, die sich einem der beiden Eingriffe unterzogen hatten. Die Studie ist laut den Autoren eine der größten Untersuchungen zu gewichtsreduzierenden Operationen, die jemals durchgeführt wurden, und die erste Studie dieser Größenordnung, die sich Jahre nach dem Eingriff mit gesundheitlichen Problemen befasst. „In der bariatrischen Chirurgie hat es eine wahre Explosion von Daten gegeben, wobei sich die meisten aber auf positive Ergebnisse konzentrieren“, betont Hauptautorin Dr. Anita Courcoulas, Professorin für Chirurgie an der University of Pittsburgh School of Medicine und Leiterin der Abteilung für minimalinvasive bariatrische Chirurgie. „Die Bedeutung dieser Studie liegt darin, dass sie unerwünschte Ereignisse mit einschließt, über die sich die Menschen möglicherweise Sorgen machen.“ Unter Verwendung von Daten, die für die PCORnet Bariatric Study gesammelt wurden, werteten die Forscher elektronische Patientenakten von 33.560 Patienten aus, die sich im Zeitraum 2005-2015 in einem von zehn medizinischen Zentren einem bariatrischen Eingriff unterzogen hatten. „Es war von entscheidender Bedeutung, dass so viele Standorte teilnehmen, da dies dazu beiträgt, dass unsere Ergebnisse für Patienten aus dem ganzen Land relevant sind“, erläutert Seniorautor Dr. David Arterburn von Kaiser Permanente Washington. Er war zudem einer der Hauptautoren PCORnet Bariatric Study. Etwa die Hälfte der in diese Studie einbezogenen Patienten unterzog sich einem Roux-en-Y-Magen-Bypass, während bei der anderen Hälfte eine Schlauchmagen-Operation durchgeführt wurde. Fünf Jahre nach der Operation war bei signifikant mehr der in die Studie einbezogenen Magen-Bypass-Patienten eine weitere Abdomenoperation oder -intervention notwendig geworden, wobei durchschnittlich zwölf Prozent der Patienten im Vergleich zu neun Prozent der Patienten mit einem Schlauchmagen betroffen waren. Die Endoskopie- und Hospitalisierungsraten waren in der Magen-Bypass-Gruppe ebenfalls signifikant höher. Nach fünf Jahren gab es keinen Unterschied in der Mortalität zwischen den beiden Gruppen. Courcoulas vermute als Grund für den höheren Versorgungsaufwand bei den Patienten mit Magen-Bypass, dass es sich um eine komplexere Operation handelt als die Sleeve-Gastrektomie .Obwohl die Risiken bei einem Magen-Bypass etwas höher zu sein scheinen, sind auch die potenziellen Vorteile größer. Eine frühere Arbeit, die denselben PCORnet-Datensatz verwendete, zeigte, dass der Magen-Bypass zu einem signifikant höheren Gewichtsverlust führte als die Schlauchmagenbildung. Letztendlich könnten die Ergebnisse dieser Studien Patienten und Ärzten dabei helfen, fundiertere Entscheidungen über die Art der bariatrischen Operation zu treffen, glauben die Studienautoren. „Wir befürworten eine qualitativ hochwertige gemeinsame Entscheidungsfindung von Ärzten und Patienten“, unterstreicht Courcoulas. „Es beginnt mit einem Gespräch darüber, was den Patienten wichtig ist. Manche Menschen möchten ein geringes Risiko, manche einen hohen Gewichtsverlust. Es ist wichtig, Informationen auf beiden Seiten der Risiko-Nutzen-Gleichung zu haben.“
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